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Ich wollte nur sagen…

… zur Zeit läuft eine Leserunde zu „Der Traum von den Träumen“ Johanna Stöckl auf lovelybooks. Im Moment läuft die Bewerbungsphase, von heute (11.10.2017) an noch neun Tage, sprich die Chance, eines der drei Taschenbücher oder eines der zwölf Ebooks zum Mitlesen zu gewinnen ist noch intakt.

Der Pitch: Stell dir vor du bist 13 Jahre und hast eine Fantasygeschichte geschrieben und deren Böswichtin ist so gar nicht einverstanden mit dem Ende der Geschichte. Was dazu führt, dass du in deiner eigenen Geschichte landest.

Wer sich jetzt wundert, warum ich, dessen 13tentes Lebensjahr schon lange Vergangenheit ist, sich für das Buch interessiert (also abgesehen davon, dass ich die Autorin kenne):

  • Ich mag Geschichten die mit Geschichten spielen. Die Thursday Next Romane von Japser Fforde zum Beispiel.
  • Die Geschichte spielt (der Teil in der Realwelt) in Wien.
  • Ich war auch 13 in den 80ern 🙂

Mehrere Leseproben gibt es hier: https://www.johannastoeckl.at/neu-erschienen/leseproben/
Zur Leserunde auf Lovelybooks geht es hier: https://www.lovelybooks.de/autor/Johanna-St%C3%B6ckl/Der-Traum-von-den-Tr%C3%A4umen-1479891527-w/leserunde/1495426353/

Grüße vom
wortringenden Wortschmied

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Die Longlist des 1. Deutschen Selfpublishing-Preises (Teil 3)

Und einmal geht’s noch, hier ist der Rest der Longlist:

  • „This New World“ von Laura Newman (978-3-7431-8783-2 | April 2017)

Ich bin weder aus dem Klappentext noch aus dem Cover ganz schlau geworden, was das denn für eine Geschichte sein soll. Kategorisiert ist es als Fantasy und Liebesroman. Ahja. Naja, man muss nicht alles lesen. Und da mich weder Cover noch Klappentext ansprechen, noch diese Kategorien-Kombination, werde ich das auch nicht.

  • „Blutföhre“ von Monika Pfundmeier (978-3-7448-0294-9 | April 2017)

Ein dramatischer historischer Roman, sagen die Kategorien. Sonst verspricht der Klappentext einen Raubritter, einen edlen Grafen und eine schöne, widerspenstige Frau.
Der Stil der Leseprobe ist … poetisch. Nennt man das, glaub ich. Die Handlung des Prologs: ein brutaler Überfall auf Bauern auf dem Weg zum Lehnsherrn. Abgesehen davon, dass meiner Meinung nach Handlung und Stil nicht zusammenpassen, auch sonst nicht meins.

Und weil ich neugierig war, hab ich eine Kurzrecherche gemacht: Die titelgebende Blutföhre stand in Schloss Friedberg (bis sie zu Brennholz wurde) und wuchs der Legende nach immer dann, wenn sich großes Unrecht ereignete. Und nur zur Info: Das Schloss Friedberg, um das es hier geht, ist das bei Augsburg in Deutschland, nicht das bei Volders in Tirol.
Wen die Legende interessiert, der kann sie hier nachlesen: https://www.myheimat.de/friedberg/kultur/hier-die-geschichte-vom-koepfhaeusl-und-der-blutfoehre-in-friedberg-d178048.html

  • „Noras Welten / Durch den Nimbus“ von Madeleine Puljic (978-3-7450-3761-6 | 20.05.2017)

Epische, urbane, Schwert-und-Magie-Fantasy. Und ein Liebesroman. Das ist eine ziemliche vollmundige Ansage. Das Cover ist ein wenig zu süßlich für meinen Geschmack und würde auch auf einen Nackenbeißer passen, aber das ist Geschmackssache.
Es geht um eine junge Frau, die jedes Mal, wenn sie etwas liest, in das Gelesene teleportiert wird. Und erst wieder heraus kann, wenn jemand das Buch/Magazin/ etc. zumacht, in dem sie gelesen hat. Wenn sie es schafft, bis dahin am Leben zu bleiben. Also sucht sie einen Psychologen auf, um durch Hypnose das Lesen zu verlernen. Und es passiert, was passieren muss (also damit es eine Geschichte gibt), beide landen zusammen in einem Buch.
Die Grundidee finde ich interessant. Die Leseprobe war angenehm zu lesen, kurz das kommt denke ich auf die Kaufen-Liste. Auch wenn es dann vielleicht nicht ganz so episch und urban und so wird 🙂

  • „Die Hüterin der Welten“ von Sabine Schulter (978-3-8370-0530-1 | Mai 2016)

Fantasy und Magie. Wie es scheint, die Sorte Fantasy, die ich in der Einleitung zum ersten Beitrag beschrieben habe: Junge Frau entdeckt ihre besondere Gabe und rettet die Welt, oder gleich mehrere Welten.
Das Cover ist orange eingefärbt und zeigt es die untere Gesichtshälfte einer Frau und Bodendeckerpflanzen. Das würde auch auf ein Buch übers Gärtnern passen. Oder auf eine Liebesgeschichte mit einer Floristin.
Die Leseprobe hat mich auch nicht überzeugt, im Gegenteil. Ein Ritter, der sich Sorgen „um die Instabilitäten im Norden“ macht, wirkt für mich ein wenig sehr aus der Zeit gefallen. Und der Satz „Denn die Aufgabe von ihm, Liam und seiner Ritter beinhaltete auch, so etwas zu verhindern.“ lässt nicht nur in Bezug auf die Beistrichsetzung zu wünschen übrig. Verstehen sie mich bitte nicht falsch, Beistrichfeher sind kein Grund für mich, nicht weiter zu lesen, aber so ein Satz, sofern er nicht ein einmaliger Ausrutscher ist, schon. Und es ist kein einmaliger Ausrutscher, lesen sie die Leseprobe.
Aber es hat eine Menge positiver Bewertungen, also scheint schlecht zu lesendes Deutsch viele Leser nicht zu stören. Mich aber schon und da ich auch mit dieser speziellen Unterart der Fantasy nicht viel anfangen kann, werde ich das Buch auch nicht lesen.

  • „… also nachm Regenbogen um sechs Uhr abends“ von Victoria Suffrage (978-3-7407-3125-0 | Juli 2017)

Eltern & Kinder, Humor und Gegenwartsliteratur. Das Cover wirkt auf mich unrund in der Aufteilung von Bild und Text und eher nicht ansprechend.
Die Leseprobe war gut, aber das Genre ist so gar nicht meins. Also nein für mich, aber wer derlei gerne ließt, sollte einen Blick hinein wagen, weil sprachlich war es gut.

  • „Tausend Welten und ein Himmel“ von Sue Twin (978-3-7450-8866-3 | Juni 2017)

Urban, Liebesroman, Fantasy. Der Titel und auch das Cover, ein Pärchen auf der Bank von hinten photographiert und mit einem Verfremdungsfilter versehen, wirken auf mich wie blinkende Warnlampen: Achtung Teenager mit besonderer Fähigkeit verliebt sich und muss sich zwischen Weltrettung und Liebe entscheiden. Oder noch schlimmer: zwischen zwei Männern. Ja, ich weiß, nur weil ich so was nicht lesen mag, heißt ja noch nicht, dass es ein schlechtes Buch ist. Stimmt. Also fühlen sie sich frei, sich die Leseprobe zu Gemüte zu führen. Die ist übrigens im Präsens geschrieben, was ich nur bei wenigen Büchern passend finde. Aber vielleicht ist das ja eines davon, also für Leute, die diese Art von Geschichten mögen.

  • „Liebe in Teedosen“ von Janina Venn-Rosky (978-3-7448-7179-2 | Juli 2017)

Eine romantische Liebeskomödie. Das Cover ist im offenbar immer noch beliebten Stil für Liebeskomödien gehalten, mit kleinen Zeichnungen und schwungvoller Schrift. Wobei, normalerweise ist die Schrift handgeschrieben, oder? Egal. Da das Wort Komödie in den Kategorien vorkam, und der Klappentext nicht wirklich abschreckend war, habe ich die Leseprobe angesehen. Jo, geht. Also entsprach meiner Erwartung, die Sprache ist ein bisschen flapsig, des öfteren ein wenig gestelzt. Aber vom Hocker hat es mich nicht gerissen. Also nein, was mich anlangt.

  • „Kein Tee für Mr. Darcy“ von Janina Venn-Rosky (978-3-7448-7194-5 | Juli 2017)

Und gleich auch noch die Fortsetzung des vorigen Buches. Ich versteh zwar nicht, wieso zwei Bücher einer Serie auf der Longlist stehen, aber so ist es. Vielleicht gelten ja beide zusammen als ein Eintrag? Keine Ahnung. Sonst gilt hier dasselbe wie für den ersten Teil, was mich angeht.

-+-

So, das wars, Zeit für ein Fazit. Meine persönliche Ausbeute war eher mager: nur ein Buch auf der Liste werde ich kaufen, vier vielleicht, wenn mich gerade sonst kein Buch anlacht.

Was die Aufteilung nach Genres angeht, die sieht nun am Schluss so aus:

7 Thriller
6 Liebesromane,
3 Junge-Frau-mit-besonderen-Gaben-Fantasy (ok, das ist kein offizielles Genre, aber für mich ist es eines)
1 Fantasy
1 Biographie
1 Reisebericht
1 humorvolles Abenteuer
1 humorvolle Gegenwartsliteratur
1 historischer Roman

Ich bin kein Buchhändler (und kein Verlagsagent), aber es klingt für mich pausibel, dass das tatsächlich die Genres sind, die sich gut verkaufen, in ungefähr dieser Gewichtung.

Was ich mir allerdings denke ist: Ja, aber genau diese Genres werden schon von den Verlagen bestens bedient, eben weil sie sich verkaufen. Und wäre ich Buchhändler, würde ich im Zweifelsfall eher einen Verlagsthriller ins Regal stellen, als einen selbstpublizierten. Erstens weil Verlage in den meisten Fällen doch um einiges mehr Werbebudget haben, und daher die Kunden das Buch oft schon kennen, wenn sie in die Buchhandlung kommen. Und zweitens weil Verlage die Buchhandlungen (zumindest die Ketten) auch dafür zahlen, dass ihre Bücher ins Regal kommen, oder auf den Neuheiten-Tisch beim Eingang.

Kurz, ich habe Zweifel, dass es eine erfolgversprechende Strategie ist, die Selbstpublizierer in direkte Konkurenz zu den Verlagen zu stellen. Die große Stärke der Selbstpublizierer ist es meiner Meinung nach gerade, dass sie eben auch die Genres bedienen, die von den Verlagen nicht oder kaum bedient werden. Oder erst dann bedient werden, wenn wieder ein Autor oder eine Autorin einen Bestseller in einem bisher nicht populären Genre landet.

Anders gesagt, ich persönlich hätte eine Liste mit einer etwas größeren Bandbreite an Genres mehr begrüßt. Nur sechs Thriller und dafür auch ein Krimi, zum Beispiel. Oder eine Junge-Frau-Fantasy weniger und dafür ein Sience-Fiction Roman. Nun weiß ich natürlich nicht, was für Bücher eingereicht wurden, aber bei rund 1.800 Stück kann ich mir nicht vorstellen, dass da kein vernünftiger Krimi und keine vernünftige Science Fiction dabei war. Wobei das, wie gesagt nur Beispiele sind.

Wie auch immer, die Liste ist, wie sie ist, und besser als keine Liste und kein Preis und keine Aufmerksamkeit für Selbstpublizierer ist sie auch 🙂

Dann warten wir jetzt mal mehr oder weniger gespannt auf die Shortlist und dann auf den Gewinner.

Die Longlist des 1. Deutschen Selfpublishing-Preises (Teil 2)

Und weiter geht es mit dem zweiten Teil meinen Gedanken zu den Büchern der Longlist des ersten Deutschen Selfpublishingpreises. Mal sehen, ob die Ausbeute heute für jemanden mit meinem Lesegeschmack ergiebiger ist als gestern.

  • „Liebe ist kein Duett“ von Heike Fröhling (978-3-7412-9066-4 | Oktober 2016)

Das Cover find ich ansprechend und gelungen, nur würde ich dem Cover nach eine leichtfüßige Liebesgeschichte erwarten, aber dagegen sprechen die Kategorien: Europäisch, Frauen, Trauer, Biographischer Roman. Und der Klappentext, laut dem es um eine alleinerziehende Mutter zwischen zwei Männern geht. Definitiv nicht meine Art Buch. Daher hab ich mir auch gleich die Leseprobe gespart.

  • „Was du nicht siehst“ von Leonie Haubrich (978-3-7431-6717-9 | April 2017)

Und weil wir schon lange keinen Thriller hatten: ein Thriller. Also genaugenommen ein Psychothriller. Übrigens von der selben Autorin wie das vorige Buch (Liebe ist kein Duett) nur mit anderem Autorennamen. Wieder nix für mich, weil auch wenn ich ganz gelegentlich mal einen Thriller lese, Psychothriller mag ich gar nicht. Das Cover ist wie alle Thrillercover. Also gut, weil man das Gerne gleich am Cover erkennt, und schlecht, weil es aussieht wie alle anderen Thrillercover.

  • „Viereinhalb Minuten“ von Kathrin Hövekamp (978-3-7450-0563-9 | Juli 2017)

Ein Liebesroman mit zwei höchst unterschiedlichen Zwillingsschwestern-Protagonistinnen im Teenageralter. Derlei schreckt mich normalerweise ab. Aber das für das Gerne ungewöhnliche Cover (also soweit ich das beurteilen kann) hat mich verleitet einen kurzen Blick in die Vorschau zu werfen. War überraschen gut zu lesen. Auf die vielleicht Liste, falls ich mal einen Anfall von „Ich sollte meine Lesehorizont erweitern“ habe.

  • „Tod“ von Marcus Hünnebeck (978-3-7450-8724-6 | Juni 2017)

Das Buch unter der angegebenen ISBN heißt eigentlich „Sommers Tod“ und nicht „Tod“. Da hat wohl wer geschlampt, beim Liste machen.
Sonst ist es ein Thriller. Weil hatten wir ja noch keinen. Mit entführten Kindern. Und einem Kommissar. Und einem Klappentext der keinerlei Alleinstellungsmerkmal hat. Also selbst wenn ich Thriller mögen würde, wüsste ich jetzt nicht, warum ich gerade diesen lesen sollte.

  • „Totenschmaus“ von Timo Leibig (978-3-9817076-4-9 | Juni 2016)

Thriller Nummer 6, diesmal mit dem Zusatz „Horror“. Das Cover ist eindeutig „thrillerig“ und ebenso eindeutig generisch. Der Klappentext ist überarbeitungswürdig: „Sie ist überzeugt: Etwas Schlimmes ist passiert“ reißt mich jetzt nicht gerade vom Hocker. Weil das dachte ich mir auch schon. Weil in Thrillern passieren eigentlich immer schlimme Sachen. Und dass es von den Verdächtigen voll fies ist, einfach alle weiße Kochjacken zu tragen und man so nicht gleich erkennen kann, wer die Bösen sind… Was soll ich sagen: Ist ja gut so, oder? Weil sonst wäre die Geschichte ja gleich wieder aus.

  • „Dornröschen hatte es leichter“ von Vanessa Mansini (978-3-9817210-3-4 | Oktober 2016)

Ein Liebesroman einer Bestseller-Autorin (sagt der Klappentext). Die übrigens ein Mann ist und Michael Meisheit heißt. Was ich weiß, weil ich zufällig vor schon längerer Zeit auf dem Blog des Autors den Eintrag gelesen habe, wo er über die Grundidee des Romans schrieb: eine Frau erwacht mit 37 nach zwanzig Jahren aus dem Koma und findet sich als gefühlte Teenagerin in einer Welt voller seltsamer Dinge wie Smartphones und Online Dating-Apps wieder. Leseprobe hat mich nicht vom Hocker gerissen aber auch keinen Grund gegeben, es nicht weiter zu lesen. Kommt auf die „vielleicht“-Liste für Lesehorizonterweiterungsanfälle.

  • „Zur Hölle mit der Kohle“ von Stefan Mühlfried (978-3-7448-6987-4 | Juli 2017)

Action & Abenteuer und Humor. Das klingt doch endlich mal interessant für meinereinen. Das Cover ist ok. Leseprobe war auch ok. Die Konstellation von weiblichen Bodyguard und Rockmusiker auf einem Roadtrip auf der Suche nach dem verschwundenen Geld des Rockstars allerdings ist nicht ganz meins. Irgendwo zwischen vielleicht und wahrscheinlich, also dass ich es lesen werde.

Ein bisschen besser war die Ausbeute heute ja als gestern, aber ein muss-ich-lesen war leider wieder nicht dabei. Also für mich. Offenbar habe ich einen Lesegeschmack, den nicht allzu viele Leute teilen.
Auf der anderen Seite fällt auf, dass die Genreauswahl bislang zumindest, sehr begrenzt war. 7 Thriller, 4 Liebesromane, 1 Biographie, 1 Reisebericht, 1 humorvolles Abenteuer.
Mal sehen, wie es dann morgen aussieht mit der Gerneverteilung. Schönen Abend derweilen!

Die Longlist des 1. Deutschen Selfpublishing-Preises (Teil 1)

Vor zehn Tagen wurde überraschend eine Longlist mit 22 Büchern für den ersten Deutschen Selfpublishing Preis veröffentlicht. Also für mich war es überraschend, weil angekündigt war lediglich eine Shortlist mit zehn Büchern für Ende September 2017. Weniger überraschend waren die Genres der Bücher, die auf der Longlist stehen.
Der Preis tritt mit dem Anspruch an, dem Buchhandel zu aufzuzeigen, dass Selbstpublizierer nicht nur professionelle Bücher produzieren können, sondern auch solche, die sich gut verkaufen. Folgerichtig sind die vertretenen Genres : Thriller, Liebesromane und das was heute als Fantasy verkauft wird: Jugendliche Heldin entdeckt ihre Superkräfte/Magie und/oder dass ihr Freund ein Werwolf/Vampir/Elfenprinz ist. Also das war zumindest meine Einschätzung, als ich die Coverübersicht gesehen habe. Hier zu finden.

Nun mag ich keines der drei Genres besonders, andererseits bin ich nicht so dogmatisch, dass ich nicht gelegentlich einen Blick über den Tellerrand meiner Präferenzen hinaus wagen würde. Also hab ich mir gedacht, ich sehe mir alle Bücher der Longlist kurz im Internetz näher an. Wer weiß, vielleicht täuschen die Cover ja. Oder ich entdecke ein Buch, das mich so anspricht, dass ich meine Genrevorlieben erweitere oder umgewichte. Und weil ich hier schon wieder länger keinen Eintrag geschrieben habe, gibt es heute, morgen und übermorgen jeweils kurz meine Eindrücke zu den einzelnen Büchern. Weil warum nicht?

Also auf zu den ersten sieben Büchern der Liste

  • „Was am Ende übrig bleibt“ von Norbert Abts (978-3-7450-6239-7 | Juni 2017)

Vom Cover und vom Klappentext her würde ich es als Buchversion eines Haneke-Films einstufen. Also als eher deprimierend-verstörende Geschichte. Kategorisiert ist es mit Erotik, Erotischer Liebesroman und Gegenwartsliteratur. Den Begriff Gegenwartsliteratur hab ich noch nie verstanden: ich mein jedes Buch das heute geschrieben wird, ist Gegenwartsliteratur. Oder nicht? Die Leseprobe scheint meine Einschätzung als deprimierend-verstörend zu bestätigen, also zumindest für mich. Kurz, nicht wirklich ein Buch das mich anspricht.

  • „Wiedergänger / Zwinger“ von John Alba (978-3-7450-6196-3 | Juni 2017)

Der erste Thriller auf der Liste. Das Cover, ein verfremdetes Bild eines Ausschnitts eines schmiedeeisernen Zaunes, lässt mich erst in Verbindung mit dem Titel an einen Thriller denken. Kategorisiert ist es als Übernatürlicher Thriller, Dunkle Fantasy und Fantasy. Scheint also in Richtung Stephen King zu gehen. Auch nicht so meins, ich bin ein Entspannungsleser, Aufregung hab ich im echten Leben mehr als genug.
John Alba ist übrigens eines der Pseudonyme von Stefan Waldscheidt der schon mehrere Schreibratgeber veröffentlicht hat.

  • „Der stille Feind“ von Saskia Calden (978-3-7450-9058-1 | Juni 2017)

Thriller Nummer 2. Kategorisiert mit Suspense, Psychothriller und Krimi/Thriller. Laut dem Klappentext scheint auch dieser Thriller in Richtung Übernatürlich und Stephen King zu gehen. Bei der Leseprobe ist mir gleich am Anfang der beißend, süß riechende Rauch aufgefallen. Weil ich mich fragte, ob Rauch denn süß riechen kann. Ein wenig weiter unten kam dann ein Gedanke, der zu jemandem schoss. Das war die nächste Stelle wo ich das Lesen unterbrochen habe, um mich über den Ausdruck zu wundern. Scheint also nicht nur vom Genre her nicht so meins zu sein, das Buch.

  • „Schattentäter“ von Jannes C. Cramer (978-3-9818175-0-8 | Oktober 2016)

Thriller Nummer drei, ebenfalls ein übernatürlicher. Diesmal sogar so kategorisiert: Übernatürlicher Thriller. Außerdem als Suspense, Krimi und Thriller. Scheinen sich gerade gut zu verkaufen, die Dinger. Das Cover könnte auch einen der Vatikan-Kirchen-Thriller zieren, die eine zeitlang so beliebt waren. (Gibt‘s die eigentlich noch?) Die Leseprobe besteht aus kurzen Abschnitten, die munter zwischen Gegenwart, Vergangenheit und verschiedenen Personen wechseln. Auch nicht so meins, dieses Rumgehüpfe, auch wenn die Abschnitte mit Zeitangaben versehen sind.

  • „Nie weit genug“ von Gabi Dallas (978-3-00-054134-6 | Oktober 2016)

Ein biographischer Roman, der außerdem mit Dramatik und Frauen kategorisiert ist. Ich geb‘s zu, ich habe nicht mal die Leseprobe gelesen. Weil Biographien interessieren mich schlicht nicht.

  • „Wurzelbehandlung – Deutschland, Ghana und ich“ von Esther Donkor (978-3-7392-1812-0 | Oktober 2016)

Die Puppe am Cover finde ich unheimlich, und ohne den Untertitel „Deutschland, Ghana und ich“ hätte ich das Buch als Horrorroman eingestuft. Wobei nicht die Puppe an sich unheimlich ist, sondern erst in Kombination mit dem auf sie gephotoshoppten „Kleid“.
Ist es aber nicht, also ein Horrorroman. Ist, laut Klappentext, eine Reisebericht. Die Leseprobe liest sich wie ein Tagebuch, mit einzelnen, lose zusammenhängenden und nicht chronologischen Einträgen. Auch nicht meins.

  • „Der Schwur der Schlange“ von Barbara Drucker (978-3-7431-8876-1 | März 2017)

Kategorien: historischer Thriller, historischer Roman und Mystery, Thriller und Spannung. Das klingt ein wenig mehr nach einem Buch, das ich lesen würde. Das Cover ist eher generisch, meiner Meinung nach hätte es ohne die Zinnsoldaten besser gewirkt. Aber das ist, wie alles, Geschmackssache. Laut Klappentext ist es der zweite Band einer Reihe, kann aber ohne Vorwissen gelesen werden. Was sonst noch auffällt ist der relativ hohe Preis. Also vergleichsweise. Der erste Band hat mehr Seiten und ist billiger. Die Leseprobe hat mich nicht so ganz überzeugt: viele Personen, ohne dass ich jetzt gewusst hätte, welche davon ich mir merken sollte. Kann aber auch daran liegen, dass in der Leseprobe die Seiten 5-7 fehlen und sie so mitten im Text anfängt. Mit Vorbehalt auf die „vielleicht“ Liste. Aber eher der erste Band zuerst.

So das waren die ersten sieben der Bücher, Fortsetzung folgt morgen. Kommentare wie immer gerne gesehen, also falls das nicht sowieso klar ist 🙂

Was geschieht, wenn man an der falschen Stelle spart …

Ich habe mich hier ja schon gelegentlich darüber ausgelassen (hier und hier), dass Werbe- und Presseagenturen in den letzten Jahren vor lauter Kreativität und durchgestylten Kampagnen des Öfteren darauf vergessen, das es nicht schlecht wäre, in der Agentur auch jemanden zu haben, der der deutschen Sprache mächtig ist.

Stimmt schon, wir alle machen Fehler (ich auch, und wie) aber bei einer ganzseitigen Anzeige für eine Luxusuhr auf der Rückseite der Wochenendbeilage einer Qualitätszeitung, die sowieso nur 49 Worte enthält – die Anzeige, nicht die Zeitung -, würde ich doch erwarten, dass man den Text mit einer gewissen Sorgfalt erstellt. Weil billig war die Anzeige sicher nicht.

Und wenn ich dann einen Satz wie: „Wenn Können die Welt in Atem hält, wurde Geschichte geschrieben“ lese, dann ist das viele Geld für die Anzeige auch noch völlig für die Katz. Also zumindest bei Menschen wie mir. Weil ich finde das peinlich. Andererseits gehöre ich, zugegeben, auch nicht zur  Zielgruppe für Luxusuhr-Werbung. Vielleicht stören sich Leute mit zuviel Geld ja nicht an so Kleinigkeiten.

Burkhart Sonntag: Wege nach Lyonesse

Cover: Wege nach Lyonesse (©Ich lese ja nur eher selten etwas anderes als Krimis, Phantastik und Science-Fiction, aber da Burkhart Sonntag offenbar ein Mann mit erlesenem Büchergeschmack ist (siehe hier), war ich neugierig, wie er schreibt.

Sein Buch „Wege nach Lyonesse“ ist schwer einem Genre zuzuordnen. Wäre es ein Film würde es wohl als Roadmovie bezeichnet werden. Aber das Genre gibt es bei Büchern nicht, also meines Wissens nach. Es ist die Erzählung über die Reise eines Mannes quer durch Europa und zu sich selbst. Mich hat es an Hans Bemmanns Stein und Flöte erinnert, nur das es gänzlich ohne Phantastik auskommt.

Geschrieben ist es sehr gut, schöne und flüssig zu lesende Sprache, gutes Tempo, interessante und glaubhafte Charaktere, gut recherchierte Schauplätze, und die Spannung ist immer hoch genug, um weiterlesen zu wollen.
Kurz mir hat es gefallen obwohl ich es vermutlich nicht gelesen hätte, wäre ich nicht durch die Rezension von „Professor Koslows Äthermaschine“ auf den Autor aufmerksam geworden, weil es nicht in mein übliches Buchsuch- und Beuteschema fällt. Was schade gewesen wäre.

„Wege nach Lyonesse“ gibt es als Taschenbuch um EUR 9,99 oder als Ebook um 99 Cent, letzteres allerdings nur bei Amazon.

Die Webseite des Autors findet man hier: http://blog.burkhard-sonntag.de/

Zwitscher: Autoren

Ich glaube, Autoren lassen sich grob in drei Kategorien einteilen:

Die, die Bücher schreiben.
Die, die auf ihrem Blog über das Schreiben schreiben.
Und die, die auf Facebook und Co über das Autorsein schreiben.

Ich strebe eine Mitgliedschaft in der ersten Gruppe an.