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Zwitscher

Warum lächeln mich alle zustimmend an, wenn ich mein „Komischer Kautz“ T-Shirt anhabe, aber keiner, wenn ich mein „Iron Man“ T-Shirt trage?

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Der Anfang der Geschichte

Der Anfang einer Geschichte sollte tunlichst das Interesse des Lesers wecken, damit der das Lesen nicht gleich wieder sein lässt. Soweit sind sich alle einig, mit Ausnahme vielleicht von Literaturkritikern und den Leuten, die die Bücher kaufen, die von Literaturkritikern besprochen werden, um sie sich zum Angeben ins Regal zu stellen.

Über die Frage, wie man einen Interesse weckenden Anfang schreibt, darüber gibt es jede Menge (und jetzt noch einen mehr) Blogeinträge, Ratschläge, Ratgeber, ja ganze Schreibseminare. Ich habe eine erkleckliche Anzahl davon gelesen und habe trotzdem immer noch Schwierigkeiten, einen guten Anfang zu schreiben.

Denn außer das Interesse wecken, sollte der Anfang einer Geschichte noch zwei weitere Kriterien erfüllen:

Das erste ist, dass ein guter Anfang auch zum Textgenre passen sollte. Natürlich kann man (Schreib-)Regeln brechen und sollte das auch gelegentlich tun, aber wenn man einen Hardboiled-Gumshoe-Krimi mit der Beschreibung von Schmetterlingen beginnt, die über eine Blumewiese tanzen, geht man ein ziemliches Risiko ein. Selbst wenn die Schmetterlinge sich dann auf einer blutüberströmten Leiche niederlassen, die malerisch zwischen den Butterblumen liegt. Warum? Weil man die Genreleser dadurch vergrault. Die erwarten nun einmal, dass ein Hardboiled-Gumshoe-Krimi damit beginnt, dass der Detektiv am Schreibtisch seines kleinen heruntergekommenen Büros im heruntergekommenen Mietshaus im heruntergekommenen Teil der Stadt sitzt und überlegt, ob er die letzten fünf Dollar (Euro, Pfund, was auch immer) lieber für Zigaretten oder für Whiskey ausgeben soll.
Das heißt jetzt nicht, dass man nicht auch mit den Schmetterlingen und den Butterblumen anfangen kann, aber dann werden das Buch halt erst einmal nur Leute ohne bestimmte Erwartungshaltung lesen. Oder Leute, die auf der Suche nach einem Thriller sind, aber die werden das Buch wiederum nur zufällig in die Hand nehmen, weil es ja als Hardboiled-Gumshoe-Krimi firmiert.
Jetzt schreibe ich aber in einem, relativ gesehen, jungen Genre. Einem, dass außerdem weniger durch die Geschichten selbst, als durch die Art wie die Geschichten erzählt werden, definiert ist. Und das daher keine etablierten Anfänge kennt. Behaupte ich jetzt einmal.

Das zweite Kriterium ist, dass der Anfang den Tonfall/die Stimme des Textes erkennen lassen sollte. Humorvoll, brutal, detailversessen, technikorientiert, gefühlvoll, poetisch, etc. etc.
Als Leser ist dieses Kriterium für mich sogar oft das ausschlaggebende. Wenn ich den Tonfall nicht mag, dann kann es noch so spannend und rätselhaft und passend zum Genre anfangen, ich werde das Buch nicht lesen. Auf der anderen Seite habe ich schon Bücher erstanden, deren Anfang ich eher mau fand, wo mir aber der Tonfall ausnehmend gut gefallen hat. Nicht alle davon fand ich dann auch wirklich gut, aber fast immer unterhaltsam zu lesen, eben wegen des Tonfalls. Während Bücher, die einen fesselnden Anfang haben, ja bisweilen danach stark nachlassen. Und wenn es dann nicht einmal, in Ermangelung eines besseren Wortes, angenehm zu lesen ist, weil der Ton für meinen Geschmack viel zu schrill oder was auch immer ist, dann war es das dann.
Meiner Meinung nach ist das der schwierigste Teil, was das Schreiben von Anfängen angeht, einen Ton treffen mit dem man sich beim Schreiben wohlfühlt und der dem Leser des betreffenden Genres wohlgefällig die Synapsen umschmeichelt.

Und falls jetzt jemand bis hierher gelesen hat, in der Hoffnung einen Tipp zu bekommen, wie man denn nun einen guten und passenden Anfang schreibt: tut mir leid, ich habe keine Ahnung. Ich mache es so, dass ich solange Anfänge schreibe, bis ich einen habe, den ich als einigermaßen brauchbar ansehe, oder ich das Gefühl habe, besser wird es im Moment nicht. Dann schreibe ich weiter. Weil wenn es dann ans Überarbeiten geht, dann hat man schon wieder viel mehr Gefühl für die Geschichte und die Charaktere und bekommt dann hoffentlich einen besseren Anfang hin. Wobei ich mich ja der Hoffnung hingebe, dass mit mehr Erfahrung das Prozedere etwas schneller wird. Immerhin, beim aktuellen Buch habe ich nur viermal angefangen, bei Koslows Äthermaschine waren es noch sechs oder sieben Anfänge. Wird doch!

Grüße
wortringender wortschmied

Mal wieder: Übers Überarbeiten

Ich bin zwar zur Zeit am ganz anderen Ende der Baustelle „Buch“ beschäftigt, sprich damit, die Erstfassung einer neuen Geschichte zu Papier (ok, in den PC zu tippen) zu bringen, aber weil ich gestern den einen Eintrag entdeckt habe und den anderen noch im Kopf hatte, gibts hier zwei Links zu Texten über das Überarbeiten, die ich beide sehr lesenswert finde:

ganz frisch von Dieter Paul Rudolph:
https://dprwerkstatt.wordpress.com/2017/05/04/ueberarbeiten-mit-lektorenattituede-1/
schon etwas älter aber immer noch gut von Andreas Eschbach:
http://www.andreaseschbach.com/schreiben/10punkte/10punkte.html

Sonstig gibt es nicht viel zu berichten, das berichtenswert wäre. Wie erwähnt, habe ich ein neues Buch angefangen, das heißt, eigentlich habe ich seit Jahresanfang drei neue Bücher angefangen, aber zwei davon erstmal wieder sein lassen. Beim ersten fehlte dem Plot noch das gewisse Etwas und beim zweiten hatte ich mich mit dem Hauptcharakter ein wenig übernommen. Ich hatte das Gefühl, dass ich noch deutlich mehr über Nora die Distelgarde-Gardistin herausfinden muss, bevor ich ihre Geschichte aufschreibe.

Dafür ist aus einem unerwarteten Eck (Rumgeblödel bei einem Email) Esche und ihre Geschichte aufgetaucht, nahezu aufschreibensfertig. Also dass heißt, es gibt noch eine Menge Detailfragen zu klären, aber das gibt es immer. Aber der Hauptplot steht. War eine interessante und für mich neue Erfahrung, das eine Geschichte einfach so auftaucht und auch nach einer Woche noch nicht ins Unerzählbare mutiert ist (was bei meinereinem schon mal vorkommen soll, gerüchteweise). Bin gespannt, wie das jetzt weitergeht.

Grüße
wortschmied

 

 

Österreichische Luftschifffahrt

Steampunk und Luftschiffe sind wie Würstel und Senf: Man kann die Würstel auch ohne essen, aber besser schmeckt‘s mit Senf. Und weil Steampunk im Prinzip historische Science-Fiction ist, versuchen die meisten Autoren, solange es geht, bei dem tatsächlich Möglichen zu bleiben oder darauf aufzubauen, bevor sie dann irgendwann zu extrapolieren anfangen. Anders gesagt, ich glaube es gibt nicht allzu viele Steampunk-Autoren, die nicht schon ein paar Stunden Recherche zum Thema Luftschiffe betrieben haben.

Da stößt man dann unweigerlich als Erstes auf die Luftschiffe des Ferdinand Graf von Zeppelin, dessen Name ja zu einem Synonym für Luftschiff wurde. Man findet auch Informationen über englische, französische, spanische und amerikanische Luftschiffe. Was man nicht so ohne Weiteres findet, schon weil man erst einmal wissen muss, dass man danach suchen kann, sind Informationen über die österreichische Luftschifffahrt, deren Blütezeit von 1908 bis 1914 gerade einmal 6 Jahre dauerte. Oder wussten sie, dass es in Fischamend eine militär-aëronautische Anstalt mit zwei Luftschiffwerften gab?
Ich hab es bis letzten Donnerstag auch nicht gewusst. Da war ich auf einer Buchpräsentation. Vorgestellt wurde von den beiden Autoren Ing. Rudolf Ster und Ing. Reinhard Ringl das Buch „Die k.u.k. Militär-Aëronautische Anstalt Fischamend. Band 1 Die grosse Zeit der k.k. Luftschiffe 1908-1914“. Es ist mit 28 Euro vielleicht nicht ganz billig aber definitiv sein Geld wert. Jede Menge Hintergrundinformationen, Biographien und nicht zu vergessen Abbildungen, Pläne und Zeitungsfaksimiles. Als Recherchematerial für Steampunkautoren auf jeden Fall zu empfehlen und für Autoren historischer Romane auch. Was ich hiermit getan habe.

Umschlagbild

Die k.k.k militär-aëronatuische Anstalt Fischamend (© Carina-Verlag)

Die k.u.k. Militär-Aëronautische Anstalt Fischamend
Band 1 Die grosse Zeit der k.k. Luftschiffe 1908-1914
Carina Verlag, 216 Seiten
ISBN: 978-3-9503429-8-7

Der leicht unwirkliche Moment…

… wenn Amazon dir in einem seiner Werbe-Emails mitteilt, dass dir dein eigenes Buch gefallen könnte.

Jo. Eh.

Der Schreiberling und die Ideen

„Woher nimmst du nur all die Ideen?“ ist angeblich die Frage, die Autoren am häufigsten gestellt wird – und die sie am meisten nervt. Ich kann das nicht beurteilen, weil mich fragen die Leute eher so Sachen wie “Steampunk? Was soll das sein?“ und „Glaubst du nicht auch, das Bücherlesen Zeitverschwendung ist?“.

Aber ein oder zwei Mal bin ich auch schon gefragt worden, wo ich denn meine Ideen hernehme. Alsdern: Meine Ideen kommen genau daher, wo auch die Ideen aller anderen Leute herkommen. Und ich habe keine Ahnung woher das ist. Fragen Sie einen Gerhirnforscher. Der Unterschied zwischen den Leuten, die Geschichten schreiben und denen, die keine schreiben ist, dass die ersteren sich ihre Ideen merken oder aufschreiben. Quasi einpflanzen. Eine Idee, jede Idee ist ein Geschichtensamen, den man einpflanzen oder wegwerfen kann.

Aber mit dem Einpflanzen ist es noch nicht getan. Man muss den Ideensamen gießen, wenn es trocken ist. Und wenn es kalt ist, mit einem Reisigbündel zudecken. Und wenn die Sonne runter brennt, ein Schattensegel darüber stellen. Und dann wachsen lassen.

Und irgendwann, nach drei Stunden oder drei Jahren, treibt die Idee aus und wird eine Geschichte. Erst ist sie vielleicht ein zartes Pflänzchen und braucht viel Zureden um zu wachsen. Eine andere Idee fängt gleich wild an zu wuchern und man kommt kaum nach, die sich ineinander verschränkenden und verwirrenden Äste zu beschneiden, bevor das Ganze zu einer undurchdringlichen Hecke wird, die selbst Dornröschens Prinz zu einem Berufswechsel verleiten würde.

Und irgendwann hat man dann einen Geschichtenbaum, mal ist es eine stolze Eiche mit weit ausladenden Ästen, mal eine schlanke Birke, die silbrig und leicht emporstrebt, mal ein Mammutbaum, der wächst und wächst und wächst, und wieder ein anderes Mal eine moosüberwucherte, verästelte Eibe.

Und so wie es verschiedene Gärten gibt, gibt es Autoren, die nur ein, zwei oder drei Pflanzen liebevoll hegen und welche, die einen ganzen Wald auf einmal aufforsten. Aber alle kümmern sich um ihre Ideenpflanzen und das ist der Unterschied und das ganze Geheimnis.

Also abgesehen davon, dass, wenn der Baum ausgewachsen ist, die Arbeit erst wirklich anfängt. Weil so wie es eine Menge Arbeit ist, aus einem Baum Papier zu machen, ist es eine Menge Arbeit aus einem Ideenbaum eine niedergeschriebenen Geschichte zu machen. Und an diese Arbeit sollte ich mich jetzt besser wieder machen.

Grüße
wortschmied

Zwitscher

Ich habe überlegt, mir einen Twitter Account zu zulegen, von wegen Werbung und sichtbar sein im Netz. Aber die Gefahr, zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt zu werden oder den Bachmannpreis zu bekommen, ist mir zu groß.
Das eine wäre schlimm für mich und das andere schlimm für die Verkaufszahlen.

KATSCHING!

wortschmied

(Zitieren jederzeit gerne wo auch immer. Klauen wird mit nicht unter drei zynischen Kommentaren bestraft.)