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Der Schreiberling und die Ideen

„Woher nimmst du nur all die Ideen?“ ist angeblich die Frage, die Autoren am häufigsten gestellt wird – und die sie am meisten nervt. Ich kann das nicht beurteilen, weil mich fragen die Leute eher so Sachen wie “Steampunk? Was soll das sein?“ und „Glaubst du nicht auch, das Bücherlesen Zeitverschwendung ist?“.

Aber ein oder zwei Mal bin ich auch schon gefragt worden, wo ich denn meine Ideen hernehme. Alsdern: Meine Ideen kommen genau daher, wo auch die Ideen aller anderen Leute herkommen. Und ich habe keine Ahnung woher das ist. Fragen Sie einen Gerhirnforscher. Der Unterschied zwischen den Leuten, die Geschichten schreiben und denen, die keine schreiben ist, dass die ersteren sich ihre Ideen merken oder aufschreiben. Quasi einpflanzen. Eine Idee, jede Idee ist ein Geschichtensamen, den man einpflanzen oder wegwerfen kann.

Aber mit dem Einpflanzen ist es noch nicht getan. Man muss den Ideensamen gießen, wenn es trocken ist. Und wenn es kalt ist, mit einem Reisigbündel zudecken. Und wenn die Sonne runter brennt, ein Schattensegel darüber stellen. Und dann wachsen lassen.

Und irgendwann, nach drei Stunden oder drei Jahren, treibt die Idee aus und wird eine Geschichte. Erst ist sie vielleicht ein zartes Pflänzchen und braucht viel Zureden um zu wachsen. Eine andere Idee fängt gleich wild an zu wuchern und man kommt kaum nach, die sich ineinander verschränkenden und verwirrenden Äste zu beschneiden, bevor das Ganze zu einer undurchdringlichen Hecke wird, die selbst Dornröschens Prinz zu einem Berufswechsel verleiten würde.

Und irgendwann hat man dann einen Geschichtenbaum, mal ist es eine stolze Eiche mit weit ausladenden Ästen, mal eine schlanke Birke, die silbrig und leicht emporstrebt, mal ein Mammutbaum, der wächst und wächst und wächst, und wieder ein anderes Mal eine moosüberwucherte, verästelte Eibe.

Und so wie es verschiedene Gärten gibt, gibt es Autoren, die nur ein, zwei oder drei Pflanzen liebevoll hegen und welche, die einen ganzen Wald auf einmal aufforsten. Aber alle kümmern sich um ihre Ideenpflanzen und das ist der Unterschied und das ganze Geheimnis.

Also abgesehen davon, dass, wenn der Baum ausgewachsen ist, die Arbeit erst wirklich anfängt. Weil so wie es eine Menge Arbeit ist, aus einem Baum Papier zu machen, ist es eine Menge Arbeit aus einem Ideenbaum eine niedergeschriebenen Geschichte zu machen. Und an diese Arbeit sollte ich mich jetzt besser wieder machen.

Grüße
wortschmied

Zwitscher

Ich habe überlegt, mir einen Twitter Account zu zulegen, von wegen Werbung und sichtbar sein im Netz. Aber die Gefahr, zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt zu werden oder den Bachmannpreis zu bekommen, ist mir zu groß.
Das eine wäre schlimm für mich und das andere schlimm für die Verkaufszahlen.

KATSCHING!

wortschmied

(Zitieren jederzeit gerne wo auch immer. Klauen wird mit nicht unter drei zynischen Kommentaren bestraft.)

5 Dinge, die ich in meinen ersten 2 Monaten als Selbstpublizierer gelernt habe

Eigentlich sollte ich es nach all den Jahren des Bloggens ja schon wissen, dass man niemals einen Blogeintrag mit einer Zeitangabe ankündigen sollte. Naja, Schwamm drüber. Wie auch immer, hier ist er nun, der Ende Dezember versprochene Blogbeitrag über die 5 Dinge, die ich als Selbstpublizierer gelernt habe. Jetzt halt in den ersten zwei Monaten statt im ersten Monat. *Räusper* und zu nodeadfish rüberschiel.

1. Kurz vor Weihnachten ein Buch zu veröffentlichen hat den großen Vorteil, dass es das Geschenke-Besorgen für den Schreiber sehr vereinfacht. Dieweil man einfach sein eigenes Buch verschenken kann. Außer vielleicht man hat eines der Sorte »Detaillierte Studien zum Reproduktionsverhalten bei Mehlwürmern« geschrieben. In dem Fall sollte man vielleicht doch lieber zu den üblichen Topflappen und Krawatten greifen.

2. Exklusiv bei Amazon zu veröffentlichen, ist bei Selbstpublizierern ja sehr beliebt. Es ist nicht sehr aufwändig und es kostet nichts. Aber es hat einen Riesennachteil (also abgesehen davon, dass man auf eine große Menge potentieller Käufer verzichtet): Amazon aktualisiert die Verkaufszahlen stündlich. Unbestätigten Gerüchten zufolge brauchen Amazon-Veröffentlicher für die Fertigstellung ihres zweiten Buches drei- bis fünfmal länger als für das erste. Weil sie nur mehr die Verkaufskurve anstarren, anstatt zu schreiben. Kann ich ja auch durchaus nachvollziehen. Zum Glück aktualisiert BOD die Zahlen nur einmal am Tag. Spart eine Menge Zeit.

3. Eine Rezension oder Rückmeldung zu deinem Buch zu bekommen, ist immer eine feine Sache. Die erste Rezension von jemandem, den du nicht kennst und nicht darum gebeten hast, eine noch feinere. Jemand hat es gelesen und für interessant genug befunden, um seine Meinung niederzuschreiben! Wenn es dann auch noch eine positive Rezension ist: Was soll ich sagen: So gut wie der erste Bissen frisch gemachter Marillenpalatschinken.

4. Die diversen Ratgeber für Selbstpublizierer werden nicht müde zu betonen, wie überaus wichtig es ist, dass man sein Buch richtig und schlau mit Schlagwörtern und Kategorien versieht. Im Prinzip ja auch einleuchtend, weil ein blutiger Thriller, der bei den leichtfüßigen Romanzen gelistet ist, wird wohl kaum von den Fans blutiger Thriller gefunden werden. Und bei den Fans leichtfüßiger Romanzen nicht auf viel Gegenliebe stoßen.
Auf der anderen Seite führt das aber zu einigen sehr fragwürdigen Verschlagwortungen, weil die guten Schreiberiche und Verlage alle versuchen, in irgendeiner Top 100 Liste bei den Onlinebuchhändlern unterzukommen. Von wegen der Sichtbarkeit und so. Beispiel: Unter [Fantasy & Science-Fiction : Science Fiction : Alternative Weltgeschichte] findet man bei Amazon sowohl diverse Scheibenweltromane von Terry Pratchett als auch diverse Romane von Heimito von Doderer. Entweder hab ich eine völlig falsche Vorstellung von Genre-Begriff »alternative Weltgeschichte« oder wer immer diese Bücher dort einsortiert hat, hat sie (die völlig falsche Vorstellung).
Jedenfalls, seit ich das entdeckt habe, mache ich mir viel weniger Sorgen, ob ich eh kluge Schlagworte verwendet habe.

5. Meiner persönlichen Erfahrung mit »Professor Koslows Äthermaschine« nach, ist es falsch, dass Selbstpublizierer besser damit fahren, nur Ebooks zu veröffentlichen. Weil die sind – weil billiger – leichter an den Mann und die Frau zu bringen, wenn der Schreiber unbekannt ist. Nur wenige würden den höheren Preis eines Papierbuches bezahlen, wenn sie den Autor nicht kennen. Jetzt ist ein einzelnes Buch natürlich statistisch völlig irrelevant, aber ich zumindest habe bislang rund 10 mal mehr Taschenbücher verkauft als Ebooks.
Offenbar gibt es doch noch Leser wie mich, die ein Buch lieber umblättern als weiterwischen. Und ob ich mir ein Buch eines mir unbekannten Autors kaufe, hängt zumindest für mich nicht davon ab, ob es selbstpubliziert oder im Verlag erschienen ist, sondern ob der Klappentext und die ersten Seiten Lesevergnügen erwarten lassen oder nicht.

Viel Spaß beim Lesen
wortschmied

Wolfgang Oberleithner: Bartek, Teil 1 Blendwerk

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Bartek-Cover (Cover-Art: nicalesc)

Vor genau einem Jahr habe ich hier Helfried Haiders „Der erste Traum“ vorgestellt. Und wie der Zufall es so will, ist vor kurzem ein Buch eines weiteren Teilnehmers des Schreibcamps damals 2011, erschienen. Da meine Erinnerung schon ein wenig verblasst ist, kann ich jetzt nicht mehr genau sagen, ob es auch das Buch ist, mit dessen Expose Wolfgang Oberleithner auf dem Camp war. Ich weiß allerdings noch, dass es ein Fantasy-Expose war, dass er dort vorgestellt hat. Es könnte also durchaus sein, dass die Bartek-Reihe, deren erster Band nun erschienen ist,  auf dem Expose von damals fußt.

Wolfgang ist, im Gegensatz zu mir, ein Autor-Autor und dies ist nicht sein erstes veröffentlichtes Buch. Auf Amazon ist es unter Epische Fantasy gelistet und wenn es auf dem Expose von damals beruht, dann ist das auch ganz richtig so 🙂

Ich gebe auch hier keine Meinung ab, weil wie gesagt, glaubt mir eh keiner, wurscht was ich schreibe, da ich den Autor kenne. Aber wie auch schon vor einem Jahr bei Helfrieds Buch, empfehle ich Interessierten sehr, einfach die Buchvorschau auf Amazon zu bemühen und sich selbst ein Bild zu machen. Und wer schnell entschlossen ist: Bis 6. Jänner 2017 gibt es das E-Book noch zum Einführungspreis von nur Euro 1,49. Hier gehts zum Buch bei Amazon: Bartek, von Menschen, Dämonen und Drachen (Teil1)

Mehr über den Autor und seine Geschichten finden Sie auf seiner Webseite drachensachen.at.

ein gutes 2017 wünscht
wortschmied

Lese-Empfehlung: „Die Bestsellerformel“ von Dieter Paul Rudolph

Eigentlich will ich schon seit einer Woche einen Beitrag über mein erstes Monat als Selfpublisher schreiben, unter dem Titel: 5 Dinge, die ich in meinem ersten Monat als Selpublisher gelernt habe. Weil ich lese ja alle möglichen Blogs von Schreiberlingen und das scheint so eine Art Trend zu sein, so 5 Dinge über irgendwas Artikel. Bis jetzt ist mir aber erst ein Ding eingefallen, das ich gelernt habe. Und nein das verrate ich jetzt noch nicht, weil dann müsste ich mir für den Blogeintrag wieder fünf Dinge überlegen und nicht mehr nur vier. Aber spätestens nächste Woche gibt’s dann den Artikel, entweder mit fünf Dingen oder halt nur mit einem.

Wo war ich? Genau, Selfpublishing. Dieter Paul Rudolph veröffentlicht gerade im Internetz in Fortsetzungen den Roman: „Die Bestsellerformel“. Der erste Teil ist hier zu finden. Und dann immer schön weiter klicken für die Fortsetzungen. Meine erste Lese-Genre-Liebe sind ja Krimis gewesen, also als ich alt genug war, um zu wissen, dass man Romane in Genres einteilen kann. Und das hier ist ein Krimi der auf das Vergnüglichste respektlosen Sorte. Und als Selber-Selfpublisher ist das Ganze noch mal lustiger zu lesen.

Und wem es gefällt, der Mann hat schon weitere Krimis als Selfpublisher veröffentlicht, unter dem Autorenpseudonym O.M. Gott. (Oder das ist sein echter Name und Dieter Paul Rudolph das Pseudonym. Oder beides sind Pseudonyme. Ich habe ehrlich keine Ahnung. Ist auch egal. Der Mann kann schreiben, wie auch immer er heißt.) Siehe auch den Header des verlinkten Eintrags. Falls einem die Zeit bis zur nächsten Fortsetzung zu lange wird, könnte man sich ja überlegen zur Überbrückung eins seiner wohlfeilen Ebooks zu kaufen.

Wünsche guten Rutsch, vorsichtshalber, für den Fall, dass ich es heuer nicht mehr schaffe einen Eintrag zu schreiben.

wortschmied

Es ist fertig, wenn es fertig ist. Und jetzt ist es fertig.

Also das Buch. Professor Koslows Äthermaschine. Veröffentlicht – offiziell am 23.11.2016 – und mittlerweile auch im Buchhandel bestellbar, off- und online. Zumindest die Taschenbuchversion, die Ebook-Versionen werden noch ein wenig dauern. Dieweil die Buchsatzdatei erst von BOD in die verschiedenen Formate konvertiert wird.

Und so sieht es aus:

Professor Koslows Äthermaschine

Professor Koslows Äthermaschine

Mehr Informationen und eine ausführliche Leseprobe gibt es unter www.rosundrony.com.

Werbeprofi der ich bin, weiß ich nicht, was ich sonst noch viel dazu schreiben sollte. Außer, dass ich es fein fände, wenn es ein paar Leser und Leserinnen finden täterte.

Und weil das ja ein MGA-Blog ist (ja immer noch, siehe vorheriger Blogpost) ein nützlicher Tipp für alle bald-das-erste-Mal-Selbstveröffentlicher: Es ist keine gute Idee, die Buchsatzdatei kurz vor dem zu Bett gehen zum Anbieter hochzuladen. Weil dann liegt man anschließend eine Stunde lange darüber grübelnd im Bett, was man übersehen haben könnte, an Fehlern aller Art. Und ist am nächsten Tag eher nicht ausgeschlafen.

wortschmied

Schlimmer geht immer

Und gerade als ich dachte, mit dem Verfassen des Klappentextes ist das Schlimmste überstanden, stelle ich zu meinem Entsetzen fest, dass man auch eine Autorenbiographie abliefern muss, wenn man ein Buch bei BOD veröffentlicht. Dieweil die Onlineshops das halt gerne so hätten. Und zugegeben, lesen tu ich die Dinger ja auch gelegentlich. Manchmal weil es mich interessiert, oft weil es mich amüsiert. Aber selber eine schreiben? Brrr.

Wobei ich die Kurzfassung für die Onlineshops  recht schnell getippt hatte. Im Moment sitze ich an der längeren Fassung für die Webseite zum Buch, was wesentlich mühsamer ist. Was schreibt man da viel, wenn man nicht gerade Geheimagent oder Olympiamedaillen-Gewinner ist? Laut Anleitung aus dem Netz zum Beispiel, warum man besonders geeignet ist, das zu schreiben, was man geschrieben hat. Das mag ja für Sachbücher gelten, aber bei einem Roman? Was macht einen geeignet, einen Roman zu schreiben? „Ich habe eine Menge Bücher gelesen, und ich meine eine Menge!“ erscheint mir irgendwie nicht wirklich überzeugend. Genau so wenig wie: „Ich hatte halt genügend Sitzfleisch dafür.“ Naja, im Notfall, kommt halt auch auf die Webseite nur die Kurzfassung.

Jedenfalls frage ich mich langsam, ob ich nicht besser MGA geblieben wäre. Wobei, laut meiner höchsteigenen Definition bin ich das sowieso immer noch. Weil zu einem Bäcker, der seine Brötchen als Tischler verdient, sagt man ja auch nicht Bäcker sondern Tischler. Kurz, solange ich meinen Lebensunterhalt nicht vom Geschichten schreiben bestreite, bleibe ich ein MGA.

So genug geraunzt, der nächste Eintrag wird hoffentlich schon das Erscheinen meines Romans betreffen. Huzza! (Im Moment warte ich noch auf das Probedruckexemplar.)

wortschmied

PS: nodeadfish hat die Bloggerei wieder aufgenommen, in Farbe und mit Bilder! Klickst du und guckst du!
PPS: Und hier ein Blogeintrag von Dieter Paul Rudolph über die sogenannte Schundliteratur, den ich höchst lesenswert finde. Auch wenn ich persönlich keinerlei Entschuldigung oder Impetus brauche um Schundliteratur zu lesen. No Sir, das tue ich freiwillig und mit Vergnügen!