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…die Learnings aus diesem Zwischenfall …

14. Juni 2012

Lese ich doch heute im Online-Standard diesen Artikel hier: Mobilfunkbetreibers von „3“ wieder online. Demnach ist gestern das Funknetz von „3“ sechseinhalb Stunden in ganz Österreich ausgefallen. Und nicht etwa weil sie gehackt worden wären, oder aufgrund höherer Gewalt, sondern weil „Optimierungsarbeiten“ nicht so ganz optimal verlaufen sind. Nun gut, soll vorkommen. Und ich persönlich halte es auch sechs Stunden ohne Mobiltelefon aus. Abgesehen davon das ich nicht Kunde bei „3“ bin und auch die Netze der anderen Anbieter schon mal kürzere oder längere Aussetzer hatten und haben. Also weiter keine Tragik, wenn man das Mobiltelefon nur zum Telefonieren verwendet.

Blöd ist so etwas nur dann, wenn man Ding auch als Navigationsgerät benützt, was ja laut einem anderen Artikel immer mehr in Mode kommt. Ein normales Navigationsgerät tut auch ohne Netzempfang noch seinen Dienst, es wird einen zwar nicht mehr vor Staus warnen können aber immer noch seinen Weg finden.

Blöd ist so etwas nur dann, wenn man seine Zugfahrkarte per Mobiltelefon gekauft hat und dann bei der Fahrkartenkontrolle plötzlich ohne da sitzt. Ich habe so meine Zweifel, ob die ÖBB in diesem Fall einen Netzausfall als Entschuldigung aktzepieren.

Blöd ist so etwas nur dann, wenn man sich seine TANs fürs Onlinebanking per Sms zuschicken läßt, und dann in Zahlungsverzug kommt weil man sich keine TAN zuschicken lassen kann.

Blöd ist so etwas nur dann, wenn man per Mobiltelefon bezahlen will. Ich kenne das bislang zwar nur von Zigarettenautomaten, aber wenn es nach den Mobilfunkbetreibern geht, soll dieser Service ja ausgedehnt werden.

Konklusio: Ich fände es sogar gut, wenn die Mobilfunknetze regelmäßig ausfallen würden. Dann würden vielleicht einige Leute nachdenken, bevor sie einen der genannten Dienste in Anspruch nehmen. Weil die zwar die Bequemlichkeit fördern, aber zum Preis eines – zumindest zeitweisen – Totalausfalls. Mir ist dieser Preis zu hoch.

-+-

So, dass hatte jetzt alles nichts Schreibhandwerk zu tun aber verkneifen konnte ich es mir bei der Gelegenheit auch nicht. Warum ich diesen Eintrag eigentlich verfasse, hat seinen Grund in der von „3“ herausgegebenen Presseerklärung, aus der im oben angeführten Artikel zitiert wird. Ein derartiges Lehrbeispiel für wirklich richtig schlechtes Deutsch muß man sich auf der Zunge zergehen lassen.

Ich rege mich ja gar nicht über die nichtssagenden Euphemismen auf  – naja ein bissl schon – aber spätestens bei „… die Learnings aus diesem Zwischenfall und die entsprechende Analyse daraus in unsere weiteren Arbeiten einpflegen „ sollte man den Verfasser oder die Verfasserin von der Tastatur wegzerren und auf einen Sprachkurs schicken. Finde ich halt. Offenbar bin ich mit dieser Meinung nicht alleine, denn in einem weiteren (später erschienen) Artikel über den Zwischenfall hier liest sich das Ganze schon so: … weshalb wir die Erfahrungswerte aus diesem Vorfall entsprechend in unsere zukünftigen Bestrebungen einfließen lassen werden.

Fröhliches Wortringen
wünscht
wortschmied

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