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Die Longlist des 1. Deutschen Selfpublishing-Preises (Teil 1)

9. September 2017

Vor zehn Tagen wurde überraschend eine Longlist mit 22 Büchern für den ersten Deutschen Selfpublishing Preis veröffentlicht. Also für mich war es überraschend, weil angekündigt war lediglich eine Shortlist mit zehn Büchern für Ende September 2017. Weniger überraschend waren die Genres der Bücher, die auf der Longlist stehen.
Der Preis tritt mit dem Anspruch an, dem Buchhandel zu aufzuzeigen, dass Selbstpublizierer nicht nur professionelle Bücher produzieren können, sondern auch solche, die sich gut verkaufen. Folgerichtig sind die vertretenen Genres : Thriller, Liebesromane und das was heute als Fantasy verkauft wird: Jugendliche Heldin entdeckt ihre Superkräfte/Magie und/oder dass ihr Freund ein Werwolf/Vampir/Elfenprinz ist. Also das war zumindest meine Einschätzung, als ich die Coverübersicht gesehen habe. Hier zu finden.

Nun mag ich keines der drei Genres besonders, andererseits bin ich nicht so dogmatisch, dass ich nicht gelegentlich einen Blick über den Tellerrand meiner Präferenzen hinaus wagen würde. Also hab ich mir gedacht, ich sehe mir alle Bücher der Longlist kurz im Internetz näher an. Wer weiß, vielleicht täuschen die Cover ja. Oder ich entdecke ein Buch, das mich so anspricht, dass ich meine Genrevorlieben erweitere oder umgewichte. Und weil ich hier schon wieder länger keinen Eintrag geschrieben habe, gibt es heute, morgen und übermorgen jeweils kurz meine Eindrücke zu den einzelnen Büchern. Weil warum nicht?

Also auf zu den ersten sieben Büchern der Liste

  • „Was am Ende übrig bleibt“ von Norbert Abts (978-3-7450-6239-7 | Juni 2017)

Vom Cover und vom Klappentext her würde ich es als Buchversion eines Haneke-Films einstufen. Also als eher deprimierend-verstörende Geschichte. Kategorisiert ist es mit Erotik, Erotischer Liebesroman und Gegenwartsliteratur. Den Begriff Gegenwartsliteratur hab ich noch nie verstanden: ich mein jedes Buch das heute geschrieben wird, ist Gegenwartsliteratur. Oder nicht? Die Leseprobe scheint meine Einschätzung als deprimierend-verstörend zu bestätigen, also zumindest für mich. Kurz, nicht wirklich ein Buch das mich anspricht.

  • „Wiedergänger / Zwinger“ von John Alba (978-3-7450-6196-3 | Juni 2017)

Der erste Thriller auf der Liste. Das Cover, ein verfremdetes Bild eines Ausschnitts eines schmiedeeisernen Zaunes, lässt mich erst in Verbindung mit dem Titel an einen Thriller denken. Kategorisiert ist es als Übernatürlicher Thriller, Dunkle Fantasy und Fantasy. Scheint also in Richtung Stephen King zu gehen. Auch nicht so meins, ich bin ein Entspannungsleser, Aufregung hab ich im echten Leben mehr als genug.
John Alba ist übrigens eines der Pseudonyme von Stefan Waldscheidt der schon mehrere Schreibratgeber veröffentlicht hat.

  • „Der stille Feind“ von Saskia Calden (978-3-7450-9058-1 | Juni 2017)

Thriller Nummer 2. Kategorisiert mit Suspense, Psychothriller und Krimi/Thriller. Laut dem Klappentext scheint auch dieser Thriller in Richtung Übernatürlich und Stephen King zu gehen. Bei der Leseprobe ist mir gleich am Anfang der beißend, süß riechende Rauch aufgefallen. Weil ich mich fragte, ob Rauch denn süß riechen kann. Ein wenig weiter unten kam dann ein Gedanke, der zu jemandem schoss. Das war die nächste Stelle wo ich das Lesen unterbrochen habe, um mich über den Ausdruck zu wundern. Scheint also nicht nur vom Genre her nicht so meins zu sein, das Buch.

  • „Schattentäter“ von Jannes C. Cramer (978-3-9818175-0-8 | Oktober 2016)

Thriller Nummer drei, ebenfalls ein übernatürlicher. Diesmal sogar so kategorisiert: Übernatürlicher Thriller. Außerdem als Suspense, Krimi und Thriller. Scheinen sich gerade gut zu verkaufen, die Dinger. Das Cover könnte auch einen der Vatikan-Kirchen-Thriller zieren, die eine zeitlang so beliebt waren. (Gibt‘s die eigentlich noch?) Die Leseprobe besteht aus kurzen Abschnitten, die munter zwischen Gegenwart, Vergangenheit und verschiedenen Personen wechseln. Auch nicht so meins, dieses Rumgehüpfe, auch wenn die Abschnitte mit Zeitangaben versehen sind.

  • „Nie weit genug“ von Gabi Dallas (978-3-00-054134-6 | Oktober 2016)

Ein biographischer Roman, der außerdem mit Dramatik und Frauen kategorisiert ist. Ich geb‘s zu, ich habe nicht mal die Leseprobe gelesen. Weil Biographien interessieren mich schlicht nicht.

  • „Wurzelbehandlung – Deutschland, Ghana und ich“ von Esther Donkor (978-3-7392-1812-0 | Oktober 2016)

Die Puppe am Cover finde ich unheimlich, und ohne den Untertitel „Deutschland, Ghana und ich“ hätte ich das Buch als Horrorroman eingestuft. Wobei nicht die Puppe an sich unheimlich ist, sondern erst in Kombination mit dem auf sie gephotoshoppten „Kleid“.
Ist es aber nicht, also ein Horrorroman. Ist, laut Klappentext, eine Reisebericht. Die Leseprobe liest sich wie ein Tagebuch, mit einzelnen, lose zusammenhängenden und nicht chronologischen Einträgen. Auch nicht meins.

  • „Der Schwur der Schlange“ von Barbara Drucker (978-3-7431-8876-1 | März 2017)

Kategorien: historischer Thriller, historischer Roman und Mystery, Thriller und Spannung. Das klingt ein wenig mehr nach einem Buch, das ich lesen würde. Das Cover ist eher generisch, meiner Meinung nach hätte es ohne die Zinnsoldaten besser gewirkt. Aber das ist, wie alles, Geschmackssache. Laut Klappentext ist es der zweite Band einer Reihe, kann aber ohne Vorwissen gelesen werden. Was sonst noch auffällt ist der relativ hohe Preis. Also vergleichsweise. Der erste Band hat mehr Seiten und ist billiger. Die Leseprobe hat mich nicht so ganz überzeugt: viele Personen, ohne dass ich jetzt gewusst hätte, welche davon ich mir merken sollte. Kann aber auch daran liegen, dass in der Leseprobe die Seiten 5-7 fehlen und sie so mitten im Text anfängt. Mit Vorbehalt auf die „vielleicht“ Liste. Aber eher der erste Band zuerst.

So das waren die ersten sieben der Bücher, Fortsetzung folgt morgen. Kommentare wie immer gerne gesehen, also falls das nicht sowieso klar ist 🙂

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