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5 Dinge, die ich in meinen ersten 2 Monaten als Selbstpublizierer gelernt habe

17. Januar 2017

Eigentlich sollte ich es nach all den Jahren des Bloggens ja schon wissen, dass man niemals einen Blogeintrag mit einer Zeitangabe ankündigen sollte. Naja, Schwamm drüber. Wie auch immer, hier ist er nun, der Ende Dezember versprochene Blogbeitrag über die 5 Dinge, die ich als Selbstpublizierer gelernt habe. Jetzt halt in den ersten zwei Monaten statt im ersten Monat. *Räusper* und zu nodeadfish rüberschiel.

1. Kurz vor Weihnachten ein Buch zu veröffentlichen hat den großen Vorteil, dass es das Geschenke-Besorgen für den Schreiber sehr vereinfacht. Dieweil man einfach sein eigenes Buch verschenken kann. Außer vielleicht man hat eines der Sorte »Detaillierte Studien zum Reproduktionsverhalten bei Mehlwürmern« geschrieben. In dem Fall sollte man vielleicht doch lieber zu den üblichen Topflappen und Krawatten greifen.

2. Exklusiv bei Amazon zu veröffentlichen, ist bei Selbstpublizierern ja sehr beliebt. Es ist nicht sehr aufwändig und es kostet nichts. Aber es hat einen Riesennachteil (also abgesehen davon, dass man auf eine große Menge potentieller Käufer verzichtet): Amazon aktualisiert die Verkaufszahlen stündlich. Unbestätigten Gerüchten zufolge brauchen Amazon-Veröffentlicher für die Fertigstellung ihres zweiten Buches drei- bis fünfmal länger als für das erste. Weil sie nur mehr die Verkaufskurve anstarren, anstatt zu schreiben. Kann ich ja auch durchaus nachvollziehen. Zum Glück aktualisiert BOD die Zahlen nur einmal am Tag. Spart eine Menge Zeit.

3. Eine Rezension oder Rückmeldung zu deinem Buch zu bekommen, ist immer eine feine Sache. Die erste Rezension von jemandem, den du nicht kennst und nicht darum gebeten hast, eine noch feinere. Jemand hat es gelesen und für interessant genug befunden, um seine Meinung niederzuschreiben! Wenn es dann auch noch eine positive Rezension ist: Was soll ich sagen: So gut wie der erste Bissen frisch gemachter Marillenpalatschinken.

4. Die diversen Ratgeber für Selbstpublizierer werden nicht müde zu betonen, wie überaus wichtig es ist, dass man sein Buch richtig und schlau mit Schlagwörtern und Kategorien versieht. Im Prinzip ja auch einleuchtend, weil ein blutiger Thriller, der bei den leichtfüßigen Romanzen gelistet ist, wird wohl kaum von den Fans blutiger Thriller gefunden werden. Und bei den Fans leichtfüßiger Romanzen nicht auf viel Gegenliebe stoßen.
Auf der anderen Seite führt das aber zu einigen sehr fragwürdigen Verschlagwortungen, weil die guten Schreiberiche und Verlage alle versuchen, in irgendeiner Top 100 Liste bei den Onlinebuchhändlern unterzukommen. Von wegen der Sichtbarkeit und so. Beispiel: Unter [Fantasy & Science-Fiction : Science Fiction : Alternative Weltgeschichte] findet man bei Amazon sowohl diverse Scheibenweltromane von Terry Pratchett als auch diverse Romane von Heimito von Doderer. Entweder hab ich eine völlig falsche Vorstellung von Genre-Begriff »alternative Weltgeschichte« oder wer immer diese Bücher dort einsortiert hat, hat sie (die völlig falsche Vorstellung).
Jedenfalls, seit ich das entdeckt habe, mache ich mir viel weniger Sorgen, ob ich eh kluge Schlagworte verwendet habe.

5. Meiner persönlichen Erfahrung mit »Professor Koslows Äthermaschine« nach, ist es falsch, dass Selbstpublizierer besser damit fahren, nur Ebooks zu veröffentlichen. Weil die sind – weil billiger – leichter an den Mann und die Frau zu bringen, wenn der Schreiber unbekannt ist. Nur wenige würden den höheren Preis eines Papierbuches bezahlen, wenn sie den Autor nicht kennen. Jetzt ist ein einzelnes Buch natürlich statistisch völlig irrelevant, aber ich zumindest habe bislang rund 10 mal mehr Taschenbücher verkauft als Ebooks.
Offenbar gibt es doch noch Leser wie mich, die ein Buch lieber umblättern als weiterwischen. Und ob ich mir ein Buch eines mir unbekannten Autors kaufe, hängt zumindest für mich nicht davon ab, ob es selbstpubliziert oder im Verlag erschienen ist, sondern ob der Klappentext und die ersten Seiten Lesevergnügen erwarten lassen oder nicht.

Viel Spaß beim Lesen
wortschmied

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