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Wie man mit Papyrus Autor eine Satzdatei für ein gedrucktes Buch bei Book on Demand erstellt (3.Teil)

23. Oktober 2016

Im letzten Teil geht es um den zeitaufwendigsten Teil bei der Erstellung eines Buchsatzes, dem Anpassen des Textes. Nachdem ich in Teil 1 und in Teil 2 kurz umrissen habe, wie man das Seitenformat und die Textformate einstellt und anpasst, geht es nun darum, den Text Seite für Seite zu kontrollieren und das Layout nötigenfalls zu korrigieren. Dazu muss man zweierlei wissen: erstens welchen Vorgaben der Text entsprechen soll und zweitens welche Möglichkeiten zur Erreichung dieser Zielvorgaben zur Verfügung stehen.

Eins noch vorneweg: ich bin weder Buchsetzer noch Designer, alles was ich hier aufschreibe, habe ich mir aus diversen Quellen im Internet zusammengesucht. Meine Auflistung ist daher wahrscheinlich weder vollständig noch fehlerfrei und nur als Mindestanforderung zu verstehen, nicht als der Weisheit letzter Schluss.

Buchsatzfehler die es zu vermeiden gilt:

  1. Schusterbuben und Hurenkinder, oder wie es heutzutage politisch korrekter heißt: verwaiste Zeilen. Das bedeutet, das weder am Ende einer Seite eine einzelne (erste) Zeile eines Absatzes stehen darf, noch am Beginn einer Seite eine einzelne (letzte) Zeile eines Absatzes.

  2. Kein Doppelpunkt am Ende einer Zeile.

  3. Keine Worttrennung am Ende einer Seite.

  4. Nicht zu viele Worttrennungen hintereinander.

  5. Sinn verfremdende Trennungen wie zum Beispiel Blumento-pferde.

  6. Vermeiden von „Löchern“ im Text durch zu große Abstände zwischen den Worten

Die Möglichkeiten, die oben aufgelisteten Fehler zu vermeiden:

  1. Händisches setzten einer bevorzugten Wort-Trennstelle: [STRG] und [-]. Niemals ein Wort einfach mit [-] trennen, da diese Trennung bei allfälligen Änderungen, z.Bsp. der Umwandlung in ein E-Book, erhalten bleibt, auch wenn das Wort dann mitten in der Zeile steht und gar nicht mehr getrennt werden sollte.

  2. Veränderung der Buchstaben oder Wortzwischenräume. Zu finden im Menu (Zeichen) im Menupunkt (Sperrung). Hier kann man für den aktuelle markierten Text entweder die Zwischenräume zwischen den Buchstaben verändern oder die Zwischenräume (also das Leerzeichen) zwischen den Worten. Es empfiehlt sich die Maßeinheit auf Druckerpixel umzustellen, um feiner arbeiten zu können.
    Diese Möglichkeit der Anpassung sollte man nur mit großer Zurückhaltung verwenden, da unregelmäßige Buchstabenabstände den Lesefluss schnell empfindlich stören können. Finde ich zumindest.

  3. Wenn man gleichzeitig der Autor und der Setzer ist, hat man noch eine weitere Möglichkeit, den Text anzupassen: Indem man Wörter (oder Sätze) löscht, hinzufügt oder verändert. Wobei ich im Zweifelsfalle eher dazu tendiere, zu löschen denn hinzuzufügen. Es ist erstaunlich, wie viele Füllwörter man auch nach zig Überarbeitungen noch finden kann. Oder präzisere Ausdrücke, die dann vielleicht genau die 3 Buchstaben kürzer oder länger sind, die den gewünschten Unterschied ausmachen.

Zwei Anmerkungen noch zum Schluss:

  1. Ein Gedankenstrich ist nicht dasselbe Zeichen wie ein Minus oder ein Trennstrich. Einen Gedankenstrich erzeugt man in Papyrus mit [Leertaste, Minus, Minus, Leertaste]. Wobei es, laut meiner Internetlektüre, durchaus auch die Meinung gibt, dass man bei deutschen Texten sehr wohl auch Minus als Gedankenstrich verwenden kann (oder gar soll). Im Endeffekt scheint es eine Frage des persönlichen Geschmacks zu sein.

  2. Das Auslassungszeichen … , ist ein eigenes Zeichen, es sind nicht einfach drei Punkte hintereinander. Erstellt wird es mit [ALT] und [0] [1] [3] [3] (am Ziffernblock der Tastatur). Zumindest habe ich in Papyrus keine andere Möglichkeit dafür gefunden.

Hat man dann alles eingerichtet und hingebastelt, muß man den Buchblock nur noch unter [Datei]-[Export]-[PDF] als PDF exportieren. Im sich öffnenden Popup-Fenster kann man den gewünschten Dateipfad und den Dateinamen angeben. Wichtig ist, im letzten Reiter [Speziell] das Häckchen bei „Auch Standardzeichensätze immer einbetten“ zu setzten. Und nur 1 Seite pro Blatt auszugeben. Sollte das Dokument noch Notizen enthalten, dann empfiehlt es sich darauf zu achten, dass KEIN Häckchen bei „Notizzettel als PDF-Anmerkungen einbetten“ gesetzt ist.  Voila, geschafft.

wortschmied

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