Skip to content

Das Experiment, Teil 8

4. Dezember 2012

Nachdem September und Oktober schreiberisch Totalausfälle waren, war ich nur vorsichtig optimistisch, was den November anging. Die erste Woche war denn auch eher zäh. Man merkt es, wenn man zwei Monate fast nicht geschrieben hat. Offenbar ist schreiben vergleichbar mit musizieren: wer zwei Monate lang nicht auf seiner Trompete übt, macht zwar die Nachbarn glücklich, verliert in der Zeit aber an Virtuosität.
Auf das Schreiben bezogen meine ich damit nicht in erster Linie die Tippgeschwindigkeit: die taugt bei mir auch bei täglichem Training bestenfalls für die Regionalliga. Es sind eher die anderen handwerklichen Fähigkeiten, die sich mangels Übung verabschieden – soferne man sie denn schon hatte. Dinge wie die Vermeidung von Füllwörtern schon beim ersten niederschreiben, das Ansprechen aller Sinne im Text, das Vermeiden von Passiv- und Nominalstilsätzen und was es derlei leseunfreundlicher Grausligkeiten noch mehr gibt. Das Gute ist, dass diese Fähigkeiten nach ca einer Woche schreiben wieder da sind.
Wortanzahlmäßig war der November mit 4.494 Worten im Endeffekt besser als erhofft. Wobei die reine Wortanzahl leider nichts über die Qualität preisgibt. Aber Wörter kann man zählen, die Qualität des eigenen Textes einschätzen: eher nur sehr schwierig, behaupte ich.
Jedenfalls sieht es so aus, als wäre das Experiment „das mindestens ein Satz pro Tag Buch“ doch noch nicht gestorben, mit etwas Glück hat es nur einen Herbstschlaf gehalten. Die Zeit wird es zeigen.

*

Zum Schluß noch eine Anmerkung zu den nicht vorhandenen Blogeinträgen der letzten Woche: die sind auf den epischen Ringkampf Mensch gegen „Einbruch in der Buchhaltung – Szene“ zurück zu führen. Ich habe zwar Freitag Abend einen KO-Sieg erringen können, aber fürs Bloggen haben mir Energie und Ideen gefehlt. Mein Hirnschmalz wurde vollständig von der Aufgabe verbraucht, das nächtliche Wühlen in Aktenbergen unterhaltsam darzustellen.

wortschmied

Advertisements
One Comment
  1. Schön daß es mit dem Ein-Satz-pro-Tag-Buch weitergeht. Wär schade drum!
    (und ich will doch dereinst in der Pension was lesen 😉 )

    Gut schreib!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: