Skip to content

Eine Frage des Stils

5. Juni 2012

Ds zweite Monat meines „kontinuierlich Schreiben“-Selbstversuchs ist vorüber und es ist wieder Zeit für ein kurzes Resümee. Im April waren noch 5.809 Worte, im Mai nur 5.204. Was weniger an den gehäuften Feiertage und mehr an Selbstzweifeln der Sorte: „Oi, ist das mistig was du da zusammentippst“ lag. Nachdem ich zuletzt zwei nicht so tolle Bücher in Folge gelesen habe (siehe ein wenig weiter unten) fallen mir meine eigenen stilistischen Ungereimtheiten und erzähltechnischen Unzulänglichkeiten noch mehr auf als sonst. Da ich einen gewissen Hang zum Extremen habe, kann ich ziemlich lange darüber brüten, ob der Satz „Als sich die Komtesse wieder gesetzt hatte, machte sich jenes linkische Schweigen breit, dass Menschen die sich nicht kennen zuweilen befällt, nachdem die offensichtlichen Themen abgehandelt sind.Käse ist oder nicht. Und wie er lauten müßte, damit er kein Käse mehr ist. Oder zumindest mir nicht mehr käseverdächtig erscheint. Und ob es so etwas wie ein linkisches Schweigen überhaupt gibt. Etc ad infinitum. Immerhin, noch schreibe ich brav, wenn auch langsamer.

-+-

Noch kurz zu den zwei obig erwähnten nicht so ganz überzeugenden Büchern:

Das englische Sprichwort, das empfiehlt, ein Buch nicht nach seinem Umschlag zu beurteilen, wurde von meinen letzten beiden Spontanbuchkäufen leider bestätigt. Hinzuzufügen wäre, dass auch ein Klappentext eine nur bedingt vertrauenswürdige Quelle bezüglich des Buchinhaltes ist. Über den einen Spontankauf habe ich hier schon berichtet, der zweite trägt den Titel „Mord ist schlecht fürs Geschäft“ und stammt aus der Feder von Jean G. Goodhind. Der Klappentext verspricht einen spannenden, witzigen und very britishen (ja ich weiß das das kein Wort ist) Krimi.
Ich bin zur Zeit bei circa in der Mitte des Buches und bislang läßt sich sagen: Ja es ist ein Krimi, die Spannung ist vorhanden, gefährdet aber keine Fingernägel und british ist lediglich die Stadt in der das ganze spielt. Die Charaktere verhalten sich weniger wie Briten und Britinnen sonder wie Figuren einer amerikanischen Sitcom auf Speed: sie haben Gefühlsschwankungen im Minutentakt (ins Geschriebene übersetzt drei pro Seite) und alle drei Seiten wird wiederholt, was sie warum tun, für die Leute die während der Werbepause vergessen haben worum es geht. Und auch das sonstige Verhaltens- und  Wertesystem empfinde zumindest ich als eher amerikanisch denn englisch. Was das witzig angeht, das geht ebenfalls in Richtung Sitcom. Sprachlich gibt es nichts auszusetzten.
Bislang unterhaltsam aber die Sprünge der Gefühlslagen – gelegentlich auch in den den Gedankengängen – der Charaktere trüben das Vergnügen dann doch immer wieder.

Das war es für heute,
Grüße
wortschmied

Advertisements

From → Schreibhandwerk

Schreibe einen Kommentar

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: