Skip to content

Adventkalender: Tür 13

13. Dezember 2011

### Tür 13 ###

Es gab einmal vor langer Zeit Bücher die der kleine Wortschmied geliebt hat: Die drei Stanisläuse, Florians wundersamen Reise über die Tapete, Taniwani, Hatschi Bratschis Luftballoon, und so fort. (Und ja ich weiß, dass zumindest das Letztgenannte heute nicht ganz unumstritten ist. Ich sage dazu nur, dass ich trotz des Buches keinerlei Ressentiments gegen pfeifenrauchende Bartträger hege.) So waren also damals Kinderbücher: spannungsgeladene Abenteuer, vermischt mit ein wenig Grusel und oft in gut merkbaren Reimen.

Heute werden offenbar völlig andere Ansprüche an Kinderbücher gestellt. Wobei mir nicht ganz klar ist, welche Ansprüche das denn sind. Angeregt durch die Lektüre von Terry Pratchetts „Snuff“ (dass ich momentan in kleinen Häppchen lese, immer  wenn mich der Weihnachtsfrust packt) und durch einen Zufallsfund von Mylady Nodeadfish, habe ich eine kleine Recherche veranstaltet. Und zu meinem nicht geringen Erstaunen festgestellt, dass gewisse Kinderbuchtitel in „Snuff“ weitaus weniger fiktional sind, als ich eigentlich dachte.

Hier eine kleine Auswahl, allerdings nicht verlinkt, weil eigentlich will ich hier mein Erstaunen zum Ausdruck bringen und nicht den Kauf dieser Bücher fördern. Aber diese Bücher gibt es wirklich alle aktuell zu kaufen:

„Muss mal Pipi“
„So ein Kack. Das Kinderbuch von eben dem“
„Mein Pickel und ich“

Wohlgemerkt, ich behaupte nicht, dass die Bücher schlecht sind – keine Ahnung ich hab sie nicht gelesen -, oder dass sie nicht erzieherisch wertvoll sind – oder wie immer man das korrekt ausdrückt, aber das sind keine Kinderbücher. Das sind Bücher die Erwachsenen helfen sollen, ihren Kindern gewisse grundlegende und nützliche Dinge beizubringen. Wie zum Beispiel rechtzeitig die Toilette aufzusuchen bevor es in die Hose geht. Ich glaube ja sogar, dass Kinder durchaus Spaß mit diesen Büchern haben können, weil sie Gelegenheit bieten Kack und ähnliches zu sagen, was ja normalerweise meist verpönt ist. Aber wenn ich vor der Wahl stünde „So ein Kack“ oder „Die drei Stanisläuse“ zu verschenken, würde ich jedesmal die Stanisläuse vorziehen, auch wenn die mittlerweile schon uralt sind; wie ich offenbar mittlerweile auch, wenn ich so sehe, was mich heutzutage alles in Erstaunen versetzt.

Tattrige Grüße
WS

###

 

Advertisements

From → Information

Schreibe einen Kommentar

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: