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Interludum: Skyrim

15. November 2011

… oder die Kunst des Rollenspielens.

In fast allen Magazinen wurde Skyrim schon vor Erscheinen gehypet das es nur so geblitzt und geblinkt hat. Nun ist es erschienen und es herrscht High Life in den Foren und Kommentaren: Soweit ich das sehe gibt es drei Gruppen von Postern die sich gegenseitig heftigst beharken:

1. Die Gruppe die aus Faulheit oder aus sonstigen Gründen (die Anleitung) nicht lesen.
2. Die Gruppe die das Spiel aus vornehmlich zwei Gründen für schlecht hält: Wegen der Technik und/oder des Gameplays.
3. Die Gruppe die genau das zu bekommen haben scheint, was sie wollte und glücklich ist.

Vorweg: Ich hab Skyrim mittlerweile 19 Stunden gespielt, ohne Mods und ohne in der .ini rumzufummeln, dass mach ich dann ab dem zweiten Durchgang.

Da ich eine Abneigung gegen „Forendiskussionen“ habe die in 80% der Fälle nach dem dritten Post die sachliche Ebene verlassen und gehässig werden, geb ich meinen Senf hier ab.

Zu Gruppe eins (Die Nichtleser):

* Ja, man muß das Spiel über Steam aktivieren und es wird dadurch Account gebunden was einen Wiederverkauf zumindest erschwert. Das steht aber auch auf der Verpackung, wenn man denn lesen würde, was da steht. Ich bin auch kein großer Freund von derlei Praktiken, aber im Vergleich zu den anderen mir bekannten Onlineplattformen ist Steam noch die zuverlässigste und unnervigste. Nach der Aktivierung kann man Oblivion auch spielen ohne Steam zu starten. Wer das nicht mag, mag eben nicht und spielt nicht Skyrim.
* Ja, man kann das Spiel von der DVD installieren. Allerdings oft nur mit einem Trick, der aber sowohl auf der Steam Support Seite (Skyrim ist nicht das einzige Spiel mit diesem Problem) als auch zum Beispiel hier http://www.egg-of-time.us/forum/index.php?page=Thread&postID=123362#post123362 gut beschrieben wird und nicht wirklich schwer durchzuführen ist.
* Nein, es ist nicht wahr, dass man das Inventar nur umständlich über das Steuerkreuz (TAB-Taste) aufrufen kann, es geht auch einfach mit der I-Taste.
* Nein, es ist nicht wahr, dass man am PC keine Ausrüstung/Waffen/Tränke auf Hotkeys legen kann. Favoritenmenu mit Q-Taste aufrufen, Gegenstand markieren und Zifferntaste drücken, fertig.
* Ja, auch wenn es aus der Mode gekommen ist, wer lesen kann ist oft – und so auch hier – klar im Vorteil.

Zu Gruppe zwei (Die Kritiker):

a. Die Technikfreaks

* Stimmt, die Grafik ist nicht das Nonplusultra des momentan Machbaren. Aber sie ist besser als in Oblivion, besonders die Darstellung des Wassers. Auch die Animationen sind besser als in Oblivion. Ich persönlich finde auch die Wettereffekte sehr gelungen, fast schon zu sehr gelungen: Der Schneesturm der mich oberhalb von Helgen erwischte, war so heftig, dass ich die Feuerbälle schiessenden Hexen kaum erkennen konnte. Die Feuerbälle allerdings sehr wohl. Aua!
* Ja, das Menusystem ist für Konsolen optimiert und am PC ein Riesen…mist. Abgesehen von der Technik ist auch die Schriftart und Aufmachung dergestalt, dass ich mich schon gefragt habe, ob die Helden in Skyrim alle mit einem Smartphone rumrennen. Man kann sich zwar dran gewöhnen und auch damit spielen, aber von gut oder passend ist es weit entfernt. Die gute Nachricht ist, dass es offenbar in Flash programmiert ist und die Moddergemeinschaft bereits begonnen hat, sich der Sache anzunehmen. Ich denke, das es in etwa zwei Wochen ein brauchbares Menusystem geben wird.
* Ja, der Nahkampf hat sich gegenüber Oblivion nur wenig verbessert. Aber wer dort damit zurecht gekommen ist, wird sich auch hier zurecht finden.
* Nein, zumindest bei mir ist Skyrim – bislang – kein einziges Mal abgestürzt, ich kann in den Menüs per Mausklick auswählen und ich hatte auch keine „Stotterer“ in der Framerate. Aber das ist eben die Krux des Pcs: es gibt eine groooße Menge verschiedener Systeme, also ist das nicht wirklich representativ. Aber genausoweing sind es die Meldungen der Leute die die genannten Probleme haben.

b. Die „Skyrim ist langweilig und sowieso kein Rollenspiel“ Sager

Hier liegt das Grundproblem darin, dass es ungefähr so viele Definitionen von Rollenspiel gibt wie Rollenspieler. Wer von einem Rollenspiel eine spannende Story erwartet, die ihn in den gespielten Charakter hineinwachsen läßt, ist bei Skyrim falsch. Da würde ich eher Mass Effekt empfehlen (also die Teile die sich ohne Origin spielen lassen) oder The Witcher. In Oblivion ist es eher umgekehrt: Man erschafft einen Charakter der in der Welt wächst. Man kann spielen wen man will: Einen Nord (rauhe Wikingertypen) der nichts vom Axtschwingen hält und lieber Kräuter sammelt und Tränke braut und sich ein Zubrot als Jäger oder Holzfäller verdient. Eine Khajiit (humanoie Katzen) die sich statt aufs Stehlen auf das Schwingen von Zweihandschwertern spezialisiert hat und ihren Lebensunterhalt als Söldnerin und Schatzjägerin verdient. Etc pp.
Es gibt eine Hauptquestreihe, aber wie schnell oder ob überhaupt man der folgt, bleibt einem selbst überlassen. Und das stößt vielen sauer auf. Nicht wenige sagen, die Elder Scrolls Spiele seien langweilig, weil man keine Motivation hat, all die vielen Dinge zu tun, die man tun könnte. Eine riesige Welt, voller verborgener Schätze in geheimnisvollen Höhlen und Ruinen, mit Gilden denen man beitreten kann oder nicht, aber es gibt keinen Grund, die Schätze zu suchen oder eine Karriere bei der Magiergilde zu machen. Ja stimmt: das Spiel selbst liefert einem kaum Grund das zu tun, und ganz sicher zwingt es einen nicht dazu. Bestenfalls könnte man von einer freundlichen aber keineswegs aufdringlichen Einladung sprechen.
Auf der anderen Seite: Ist es nicht gerade das, was echtes Rollenspielen ermöglicht? Ich kann spielen wen ich will (in Bezug auf Rasse, Kampfausrichtung, Beruf) und wie ich will. Versteht mich nicht falsch, ich mag die beiden bislang erschienen Mass Effekt Spiele ebensosehr wie die Elder Scrolls Reihe. Aber es handelt sich um zwei völlig verschiedene Spielstile: In Mass Effekt kann ich zwischen Mann und Frau wählen, aber ich bin immer Commander Shepard. Und ich muß mich immer mit den Reapern auseinandersetzen. Und ich kann die Nebenmissionen spielen oder sein lassen, aber deswegen bin ich immer noch Commander Shepard, Mitglied des Militärs der Allianz etc etc. In Oblivion bestimmt das, was ich tue oder nicht tue, viel mehr oder überhaupt erst, den Charakter meiner Spielfigur. Ich muß in einem viel höheren Maß selber entscheiden, wen ich spielen will.
Im Grunde läuft es darauf hinaus, dass in Skyrim die große Freiheit im Spiel den Spieler (oder die Spielerin) nötigt, wesentlich mehr Entscheidungen zu treffen, dazu zwingt selber herauszufinden, warum mein Avatar, dies oder jenes tut oder nicht tut, und wenn er es tut, auf welche Art er es tut. Es erfordert mehr „Arbeit“ und geistigen Input als den wesentlich vorgefertigteren (Motivations)Pfaden eines Gerald von Rivia oder eines Commander Shepard zu folgen.
Oder so. Bin nicht sicher ob ich mich verständlich machen konnte.

Zu Gruppe drei (Die mit dem Spiel Glücklichen):
Was soll ich sagen: Ich zähle mich zu dieser Gruppe. Das einzige was mich an Skyrim stört ist das Menusystem und diesem Punkt wird bald Abhilfe geschaffen werden.
In diesem Sinne: Viel Spaß beim Spielen! Und sobald das CreationKit erschienen ist, noch mehr Spaß mit Modden und Mods spielen.

Grüße
WS

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