Skip to content

Ausschreibungen im Allgemeinen und eine im Besonderen

4. Oktober 2011

Ausschreibungen für (Kurz)Geschichten sind etwas, das jeder MGA kennt. Meist von Verlagen veranstaltet, locken sie mit einer Veröffentlichung des verfassten Textes (in einer Anthologie) und/oder eines Preises. Aber auch Spielefirmen wie Blizzard führen solche Wettbewerbe durch. Hier lockt weniger die Veröffentlichung, die meist nur im Web erfolgt, als der Preis für die Gewinner, der in diesen Fällen meist höher ist als bei einer Verlagsausschreibung.

Klingt gut, oder? Aus zwei Gründen nicht wirklich.

Erstens: Unter all den Einsendungen werden die Gewinner von einer Jury ausgewählt. wenn der Wettbewerb bekannter ist, dann kann die Anzahl der Einsendungen schon mal in die hunderte oder tausende gehen. Selbst wenn die Jury es wollte, kann sie unmöglich all diese Texte lesen. Schließlich soll der Gewinner ja noch im selben Jahr feststehen. Dazu weiter unten noch mehr. Also wird entweder eine Vorauswahl getroffen, von wem auch immer und wie auch immer, oder die Texte bestenfalls angelesen aber nicht gelesen. Das der eigene Text also auch nur von der Jury zur Gänze gelesen wird ist unwahrscheinlich und wenn doch ein reiner Zufall. Selbst wenn die Texte alle zumindest von einem Mitgleid der Jury gelesen werden, ist es immer noch ein Glücksfall, wenn der eigene Text gerade von dem Jurymitglied gelesen wird, dass auch auf schwarzhaarige Heroinen steht, und nicht von dem der sie haßt. Kurz: so einen Wettbewerb zu gewinnen ist dermassen vom Zufall und keineswegs vom Können abhängig, dass man schon Gustav Gans sein müßte um ernsthaft eine Chance zu haben.

Zweitens: Angenommen den unwahrscheinlichen Fall, dass man tatsächlich zu den Gewinnern eines solchen Wettbewerbes zählt: Die Veröffentlichung in einer Anthologie ist auf den ersten Blick eine schöne Sache, aber ist sie das wirklich? Ich persönlich habe in meinem Leben vielleicht zwei auf diese Art entstandenen Anthologien gelesen, und das nur durch Zufall. Veröffentlicht zu werden ist eine Sache, aber dann auch gekauft und gelesen zu werden eine ganz andere.

+++

So wer jetzt glaubt, ich halte alle für verrückt, die an solchen Schreib-Ausschreibungen teilnehmen: nope, dem ist nicht so. Denn diese Ausschreibungen haben durchaus ihre guten Seiten, nur sind das nicht die, mit denen dafür geworben wird. Die tatsächlich guten Seiten sind:

A. Man muß sich an die Vorgaben halten, was den Inhalt, die Länge und die Formatierung des Textes betrifft. Das ist meiner Meinung nach eine sehr gute Übung. nebenbei bemerkt: wer sich bei so einer Ausschreibung nicht hundertprozentig an die Vorgaben hält, braucht seinen Text gar nicht einsenden. Den die Texte die zu lange (und sei es nur um drei Wörter oder fünfzehn Anschläge) oder nicht in der gewünschten Art formatiert sind, fliegen raus bevor noch irgendwer anfängt sie zu lesen. Believe you me, wie Mark Knopfler mal bei einem Konzert sagte.
B. Jeder MGA kennt die Zeiten der Schreibblockade. Man hängt fest im aktuellen Projekt, entweder weil etwas mit der Story nicht stimmt, oder weil man eine Szene schreiben muß, die man nicht mag oder einfach weil man sich frägt: wozu das Ganze? Hier kann so eine Ausschreibung genau der Impetus sein, der einen wieder schreiben läßt. Ein vorgegebenes Thema, ein meist nicht von vorne herein abschreckender Umfang, kurz: eine überschaubare Angelegenheit mit einem Ende in Sichtweite. Ich mag sowas.

+++

So und zum Abschluß noch die Ausschreibung im Besonderen, die auch noch dazu ein Thema hat, mit dem wohl jeder MGA etwas anfangen kann: Ausschreibung: Geheimnisvolle Bibliotheken

Gefunden habe ich sie übrigens hier: http://moechtegern-autoren.blog.de/  (Jop, den Blogtitel fand ich witzig.)

Grüße
WS

Advertisements
Schreibe einen Kommentar

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: