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Guter Stil (Teil 2): das Gleiche und dasselbe sind werde das Gleiche noch dasselbe

18. August 2011

und das gilt auch für: innen und drinnen und: außen und draußen

Nachdem mir der Kater, weil ich ihn nicht in den Hof zum äsen gelassen habe – er hält sich manchmal für eine Kuh,was aber laut Tierarzt für seine angeschlagene Leber eher ungesund ist – als Ausdruck seines Missfallens auf meinen geliebten Schreibtischsessel gepinkelt hat, gibt es heute nur einen kurzen Eintrag. Wegen aus dem seelischen Gleichgewicht gebrachten Blogautors.

Vor nunmehr schon fast einem Jahr habe ich einen ersten Eintrag zu gutem Schreibstil verfasst (Hier). Es ist also höchste Zeit für Eintrag Nummer zwei. Wie damals postuliert, hat ein Text dann guten Stil, wenn er möglichst mühelosen zu lesen und verstehen ist. Dazu gehört – wie geschrieben – dem präziseren Begriff den Vorzug vor dem allgemeineren zu geben.

Dazu gehört weiters, und darum geht es heute, auch das jeweils richtige Wort zu verwenden. Es gibt im Deutschen (und wohl auch allen anderen Sprachen) viele Worte mit ähnlicher Bedeutung  – sogenannte Synonyme, was meine Leser aber sicher wissen werden – die eine ähnliche aber eben nicht idente Bedeutung haben. Im Schreibrausch kann es dann schon mal vorkommen das man eine Tür als Tor bezeichnet – was noch recht offensichtlich im Unterschied ist, ein Regal als Stellage – was schon etwas diffiziler als unterschiedlich zu erkennen ist. Die Verwendung von Synonymen entspringt auch oft aus der Not, nicht endlose Wortwiederholungen zu produzieren, was auch als schlechter Stil gilt. Wobei es neben der Verwendung von Synonymen durchaus auch andere Methoden zur Vermeidung von Wortwiederholungen gibt. (Am Beispiel des letzten Satzes:  Man kann die fünfte Verwendung in Reihe des Wortes Krautsalat aber durchaus auch mit anderen Methoden vermeiden.)

Neben diesen Synonymen gibt es aber auch eine Menge Worte die keineswegs synonym sind aber trotzdem oft so verwendet werden. Der Klassiker ist hier wohl das in der Überschrift erwähnte Paar: das Gleiche / dasselbe. Dabei ist es eigentlich ganz einfach: dasselbe kann man immer durch „ein und dasselbe“ ersetzen. Kann man das nicht, dann ist es wohl nur das Gleiche. Eine Frau kann zur selben Zeit nicht ein und dasselbe Kleid wie ihre Kollegin anhaben, lediglich das Gleiche. Man tut andererseits etwas nicht am gleichen Tag sondern am selben.

‚Innen – drinnen‘ und ‚außen – draußen‘ sind ebenfalls Kandidaten für mißbräuchliche Verwendung. Innen und außen sind immer zwei Seiten eines bestimmten Gegenstandes: einer Flasche, einer Tasse eines Zylinders, eines Hauses und neutral zu der Position des Betrachters/Sprechers/Lesers.  Drinnen und draußen hingegen haben immer einen Bezug zum Standpunkt dessen, der die Aussage trifft. Wenn jemand sagt: Draußen vor der Tür dann ist klar, dass er sich drinnen auf der andren Seite der Tür befindet. Wenn er sagt: Außen vor der Tür, dann befindet er sich nicht unbedingt auf der anderen (Innen)Seite der Tür. Der zweite Unterschied (ich merke gerade selber, dass das nicht so einfach ist wie ich erst selber dachte mit diesen Wörtchens hier) ist: innen und außen beziehen sich immer auf einen bestimmten Gegenstand. Ich kann sagen: Ich bin drinnen (in einem beliebigen Gegenstand der groß genug ist, mich aufzunehmen). Man kann nicht sagen: ich bin innen.  Alle verwirrt? Gut.

Man könnte die Liste der Beispiele noch fortführen aber ich denke es ist klar was die Grundaussage ist:

Regel Nummer 2: Sei dir im Klaren über die Bedeutung eines Wortes und verwende es entsprechend.

Und ja, ich weiß, dass ich selber keineswegs davor gefeit bin, die hier beschriebenen Fehler zu machen, insbesondere nicht beim Bloggen, wo ich oft zu faul bin den geschriebenen Text dann nochmal ordentlich Korrektur zu lesen. Mea Culpa.

Grüße
WS

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From → LMGA, Schreibhandwerk

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