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LL: The accidental sorcerer. Rogue agent: book one (K. E. Mills)

19. Juli 2011

Original: wieder einmal ist das der Originaltitel, scheint noch keine deutsche Übersetzung zu geben.

Wie der Untertitel schon vermuten läßt, ist dies das erste Buch aus einer Serie, die laut den Weiten des Internets als Triologie angelegt ist. Nur so als Warnung, falls es jemand lesen will. Es endet zwar nicht mit einem riesigen Cliffhanger, aber das noch was kommen wird, ist deutlich. Die Folgebände „Witches Incorporated“ und „Wizard Squared“ sind schon erschienen.

Ich habe zuvor noch nie etwas von Karen Miller (die hier unter dem Pseudonym K.E. Mills schreibt) gelesen. Offenbar ist sie aber sehr erfolgreich, lebt in Australien und hat ausser Fantasy auch Stargate 1 und Star Wars Clonewars Bücher geschrieben. Wie auch immer, ich war jedenfalls erwartungsfrei und habe das Buch nur deswegen zu lesen begonnen, weil es mir Frau Wortschmied in die Hand gedrückt hat und meinte, das könnte mir gefallen. Nun nach den ersten 10 Seiten fand ich, dass Frau Wortschmied recht hatte. My kind of book und so.

Es fängt actionlastig an aber definitiv humorvoll. Comic Fantasy nennen das die Engländer glaube ich. Der Zauberer dritten Grades (das ist der unterste Grad) Gerald Dunwoody ist Angestellter des Amtes für Thaumaturgie und kontrolliert als solcher das erste Haus am Platze für Zauberstäbe. Das heißt genaugenommen die Fabrik. Da der neue Inhaber es ein paar Mal verabsäumt hat, seine Arbeitsplatzsicherheitsberichte einzuschicken, hat ihn sein Chef geschickt den Grund dafür taktvoll herauszufinden. Dunwoody entdeckt jedoch sehr schnell, dass in der Fabrik offenbar einiges im Argen liegt. Ich werde hier nicht spoilern (das waren gerade mal die ersen drei Seiten), aber das Buch entwickelt sich recht rasant zu einer Art Fantasy-Thriller. Und zwar zu einem  Thriller der mich vom Aufbau/Stimmung am ehesten noch an die Pferdemilieuthriller von Dick Francis erinnert hat. Aber trotz der zunehmenden Bedrohlichkeit behält das Buch seinen humorvollen (Unter)Ton bei. Und es funktioniert. Was ich wirklich erstaunlich finde. An ein zwei Stellen kreischt die Gangschaltung zwar ein bisschen, aber wenn es gar zu heftig wird, nimmt Mills die Comic fast ganz zurück, aber nicht so sehr, dass man sich als Leser getäuscht fühlt weil man ja ein „lustiges“ Buch versprochen bekommen hat auf den ersten Seiten. Eine Gradwanderung die ich aus handwerklicher Sicht ziemlich bewundernswert finde. Auch wenn die Autorin manchmal ein bisschen wackelt bei diesem Seiltanz.

Das zweite was ich an diesem Buch erstaunlich finde, ist der Umgang mit der poetischen Gerechtigkeit. Untehaltungsromane, egal welchen Genres, bieten dem Leser immmer poetische Gerechtigkeit. Tun sie das nicht, landen sie entweder in der Literaturabteilung oder in der Ramschkiste. Die Guten werden belohnt, die Bösen bestraft.
Das zugrundeliegende Thema des Buches ist, bei aller Comic und Fantasy, ein recht ernsthaftes, Politik, Religion, Fanatiker etc pipapo. Sprich zwar ist die Verpackung ungewöhnlich aber das Thema ist eindeutig eines, das immer wieder auf Seite zwei und drei der Tageszeitungen landet. Und es wird auch so abgehandelt. Sprich recht realitätsnah, im Sinne der dahinterliegenden Verhaltensweisen. Das ist vermutlich auch der Grund, dass, was die poetische Gerechtigkeit anlangt, die Gänge noch wesentlich lauter quietschen als was die Kombination von Comic und Thriller anlangt. Hier wackelt die Seiltänzerin nicht nur, zumindest meinem Gefühl nach. An einer Stelle sah es schon so aus, als hätte sie das Gleichgewicht verloren und wäre auf den Boden der Realität und ihrer Ungerechtigkeit geplumpst. Und fast hätte ich da das Buch Buch sein lassen. Aber sie hat sich dann doch nochmal gefangen, aber das war definitiv ein sehr riskantes Unterfangen. Ich muß zugeben ich hab dann nur weitergelesen, um herauszufinden, ob sie wirklich das Gleichgewicht verloren hatte und vom Seil der poetischen Gerechtigkeit auf den Boiden ernsthafter „die Welt ist so schlecht“ Literatur gestürzt war. Wo sie auch nicht überlebt hätte, dieweil der Rest viel zu witzig und unterhaltsam ist. Aber wie gesagt, sie hat sich vor dem Sturz gerettet. Nicht elegant, und auch nicht mit viel Gewackel und Gezitter, eher durch Zähne zusammenbeisen und durch. Was mcih dann ein zweites Mal in Erstaunen und eine Art Bewunderung versetzt hat.

Kurz, auch wenn jemand mit dem Genre nichts anfangen kann, wer selber schreibt sollte es trotzdem lesen, weil aus rein handwerklicher Sicht ist es sehr studierenswürdig, finde ich. Wer mit Fantasy/Thriller/Humor was anfangen kann, darf das Buch auch einfach zum Vergnügen lesen 🙂

WS

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