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LMGA: Buchkapitel, das

14. Juli 2011

… ist keineswegs unumstritten. Was zeigt, dass man sich auch über dinge Gedanken machen kann, über die die meisten Menschen nur verwundert den Kopf schütteln würden.

Definition:

Ein Buchkapitel ist ein Teil des gesamten Textes dessen Anfang durch eine Überschrift und/oder Nummerierung gekennzeichnet ist. Das Ende eines Kapitels hat meistens keine besondere  Kennzeichnung anders als den Anfang des nächsten Kapitels oder dem Ende des Buches, im Falle des letzten Kapitels. Meist bildet der in einem Kapitel enthaltene Text eine Sinneinheit.

Wie man sieht ist es gar nicht so einfach eine Definition für „Buchkapitel“ zu finden. Soll heissen, gefunden habe ich auch nach einigem Herumsurfen keine. Daher die etwas holprige selbstgestrickte die nun oberhalb zu lesen ist. Andererseits denke ich die meisten Menschen wissen was das ist, so ein Kapitel. Abgesehen davon dass das hier nicht Wikipedia ist und es mir eigentlich weniger um die Definition und Erklärung als um die Vor- und Nachteile einer Unterteilung in Kapiteln aus der Sicht eines erzählende Texte Schreibenden geht.

Vorteile:

– klare Strukturierung, sowohl für den Leser als auch für den Autor
– die Verwendung von Kapitelüberschriften kann „Appetit“ machen weiterzulesen.
– die Verwendung von Zitaten unterhalb der Kapitelüberschrift kann dazu benutzt werden, zusätzliche Informationen über die „Welt“ der Geschichte zu geben (Jasper Fforde macht das gerne und gut) oder auch eine Stimmung oder ein Thema für das Kapitel zu setzen (Dorothy L.  Sayers machte das teilweise in ihren Krimis)
– man findet die Stelle leichter wieder bei der man aufgehört hat zu lesen (wenn man wie ich Lesezeichen immer verschmeißt und auch keine Knicke in seine Buchseiten machen will)

Nachteile:

– die Unterteilung in Kapitel unterbricht den Lesefluss.
– wenn einem ein Kapitel nicht so gefällt und man dann vorblättert um zu gucken wie lange der Held jetzt noch vor sich hinsudern wird bis endlich wieder was passiert und dann sieht, dass es noch sieben Seiten sind bis Kapitelende, dann kann das dazu führen das man den Rest einfach ausläßt oder das Buch ganz weg legt. Beides Dinge die einen Autor wohl nicht so glücklich machen.

Die beiden Listen könnte man vermutlich noch erweitern aber im Moment ist das alles was mir einfällt.

Nun gut, heißt das jetzt Kapitel ja oder nein für mich als Autor?  Kommt darauf an.

1. Es gibt Formen der Veröffentlichung die eine Unterteilung in Kapitel favorisieren beziehungsweise verlangen. Ein im Web veröffentlichter Roman verlangt aufgrund der Linkstruktur von Webseiten Kapitel weil man bei einer Veröffentlichung im Web zwingend ein Inhaltsverzeichnis erstellen muß sonst wird es unlesbar. Ebenso sind Kapitel bei Büchern für jüngere Leser offenbar sowas wie Pflicht schon weil die Verlage es so wollen. (siehe hier unter Style and major themes)
2. Ich bin für Kapitel wenn entweder die Kapitelüberschriften witzig formuliert sind oder noch mit zusätzlichen informativen / stimmungsfördernden Zitaten versehen sind.
3. Trifft auf einen Text weder Punkt eins oder zwei sollte man sich die Kapitel sparen und einfach zwei Zeilen Abstand machen wenn der Schauplatz und/oder die Perspektive wechseln. Dieweil: „Life doesn’t happen in chapters — at least, not regular ones. Nor do movies. Homer didn’t write in chapters.“ (Terry Pratchett hier) [Übersetzung: Das Leben ereignet sich nicht in Kapiteln – zumindest nicht in geordneten. Filme auch nicht. Homer hat nicht in Kapiteln geschrieben.]

So, genug hirngeschmalzt für heute.

Grüße
WS

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