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Sprinter und Langstreckenläufer

18. Januar 2011

oder: Der Weg ist das Ziel. Aber ich will trotzdem auch mal ankommen.

Wäre Schreiben als Sportart anerkannt, wäre ich ein Sprinter. Weniger aus Konditionsgründen – immer auf das Schreiben bezogen, wohlgemerkt – sondern weil ich jemand bin, der möglichst oft und schnell ein Ergebnis sehen will. 100 Meter laufen, schauen was der Zeitnehmer sagt, zurück an den Start und nochmal versuchen ein besseres Ergebnis zu erzielen. So macht das Spaß.

Bei einem Marathon hingegen läuft man ewig lange. Man bekommt zwar vielleicht Zwischenzeiten und eine Einschätzung wie man in der Zeit liegt, aber solange man nicht im Ziel ist, kann noch alles Mögliche passieren. Man kann sich verlaufen, stolpern, einen Krampf im Bein bekommen, etc pipapo. All diesen Wertungen haftet der Makel des Vorläufigen an. Bis zum Endergebnis aber dauert es und dauert es und dauert es.

Kurze Texte wie Blogeinträge zu schreiben finde ich bedeutend einfacher (und befriedigender), als lange wie ein Buch. Erstens geht einem bei einem Marathon viel eher die Puste aus als auf einem einhundert Meter Sprint und wie gesagt: Ich will einfach  möglichst bald wissen, wie es geworden ist.

Da ich aber an einem Buch schreibe ist diese Grundverfasstheit meinerseits, wie man sich denken kann, nicht gerade hilfreich. Houston, we’ve got a problem.

Nachdem ich das Problem die längste Zeit auf die mir am sympathischste Art gelöst habe, indem ich es einfach ignoriert habe, bin ich jetzt an dem Punkt angelangt, wo es mir genügend Unbehagen bereitet, um eine hoffentlich effizientere Lösung zu suchen. Ich weiß noch nicht ob es funktionieren wird, aber einen Versuch ist es wert. Wenn man einen Marathon laufen will, aber lieber sprintet, muss man aus dem Marathon eben viele kurze Sprints machen. Also den ganzen langen Prozess des Buchschreibens in eine Liste mit kurzen Aufgaben aufteilen. So in der Art wie:

– Familienverhältnisse der Hauptcharaktere notieren
– Eigenschaften und Motivationen der Hauptcharaktere notieren
– eine Liste mit Preisen von Dingen des täglichen Lebens für das Buchuniversum erstellen.
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– Den Plot mit einem Absatz pro „Akt“ aufschreiben
– Die Plot-Akte in Kapiteln aufteilen
– für jedes Kapitel die Handlung, die Informationen die gegeben werden müssen aufschreiben
– jeden Kapitelentwurf auf mögliche lohnende (weil Spannung erzeugende) Konflikte untersuchen und diese notieren
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– Die Kapitel in Szenen unterteilen
– eine Szene nach der anderen schreiben (einen Sprint nach dem anderen machen)

Das klingt jetzt zwar vielleicht viel mehr nach Arbeit als nach genialem Kunstschaffen aber ich bin, was das Schreiben anlangt, Arbeiter und kein Künstler. Und ich mag Listen auf denen ich etwas als erledigt abhaken kann. Abhaken ist gut.

x Blogeintrag geschrieben

Grüße
WS

 

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