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F wie Firmenweihnachtsfeier

6. Dezember 2010

Das F aus dem Weihnachtsalphabet

Es gibt keine effizientere und zeitsparendere Methode, alles Wissenswerte über eine Firma und ihre Mitarbeiter zu erfahren, als die Teilnahme an der Firmenweihnachtsfeier.
(WS)

Es ist zwar ein wenig heftig, nach Einkaufssamstag gleich Firmenweihnachtsfeier folgen zu lassen, aber ich kann schliesslich nichts für die Reihenfolge der Buchstaben im Alphabet. (Frage: wer hat eigentlich die Reihenfolge festgelegt?) Auch sind der Horror und das Grauen einer Firmenweihnachtsfeier um etwas subtiler als die eines Einkaufssamstages.

Aber zurück zum eingangs gesetzten Postulat. Ich glaube wirklich, dass ein aufmerksamer Beobachter (männlich oder weiblich) tatsächlich nahzu alles über den Zustand einer Firma erfahren kann, wenn er die Nerven und den Mut aufbringt, an deren Weihnachtsfeier teilzunehmen.

Das fängt damit an, wer sich wo ein Plätzchen sucht. Die strategisch bedeutsamen Punkte sind hier das Buffett, der Tisch mit den Chefitäten, die Getränkeausgabe und der Ausgang. In welchem Abstand zu welchem dieser Punkte sich die einzelnen Leute zu platzieren versuchen spricht Bände.

Es folgen die Ansprachen und auch hier ist es sehr aufschlussreich, wer selbige hält und was gesagt wird. Wobei: oft noch viel aufschlussreicher ist, was nicht gesagt wird. Von der Reaktion der Zuhörer, die von höflichem-zur-Kenntnis-nehmen bis zu
begeisterter-Applaus reichen kann, ganz schweigen.

Nach den Reden folgt meist der „gemütliche“ Teil, wie er gerne aber höchst irreführend bezeichnet wird. Der darin besteht, dass von der Firma zur Verfügung gestellte Speisen und Getränke konsumiert werden, während alle dazu angehalten sind, Konversation zu machen; möglichst mit Kollegen und -Innen, mit denen sie nicht sowieso das ganze Jahr über reden, weil sie Zimmer/Abteilung/Zweigstelle mit ihnen teilen.
Die interessanten Punkte sind hier: Wie ist das Buffett besrückt? Wie schnell ist es im Verhältnis zur Teilnehmermenge leergefressen? Welche Getränke werden ausgeschenkt? Wie schnell ist der erste (eigentlich immer ein Herr, selten eine Dame) betrunken? Wobei, meist ist der erste schon betrunken bevor die Feier anfängt, manche Leute stehen derlei nur mit vernebelten Hirn durch. Verständlich, wenn auch nicht empfehlenswert. Wobei nicht nur die Geschwindigkeit sondern auch das warum von Interesse ist, bei der Erreichung der weihnachtsseeligen Trunkenheit. (weils wurscht ist, weil man sichs leisten kann,… )
Sehr interessant ist auch die unvermeidliche (so scheint es) Gruppen- und Grüppchenbildung in diesem Teil. Wer tratscht mit wem über wen, wer versucht die Chefitäten in ein Gespräch zu verwickeln. Wer wird von den Chefitäten in ein Gespräch verwickelt. (und warum?) Etc. p.p.

Was für einen aussenstehenden Beobachter ein Eldorado an faszinierenden Informationen ist, kann für den einzelnen Betroffenen aber, sagen wir mal, eine große Herrausforderung sein. Auch wenn noch keine der hunderttausend externen Beraterfirmen auf die Idee gekommen ist, sich auf die Evaluierung von Weihnachtsfeiern zu spezialisieren (eine echte Marktlücke sag ich!) so ist das Beobachten des Verhaltens der Kollegen auf so einer Feier doch eines (und oft das einzige) der Hauptvergnügen aller Beteiligten.
Nun gibt es Menschen, denen es völlig wurscht ist, was andere über sie denken. Entweder weil es ihnen wirklich wurscht ist, oder weil es ihnen wurscht sein kann (wobei es für letzteres auch wieder verschiedene, sehr entgegengesetzte, Gründe gibt). Aber für den Großteil gleichen die meisten Firmenweihnachtsfeiern mehr einem sozialen Spießrutenlauf denn einem entspannten Beisammensein. Wobei, Ausnahmen und Abstufungen gibt es auch hier, wohlgemerkt.

Und aus.

Naja eine kleine Nachbemerkung vielleicht noch: Familienweihnachtsfeiern, an denen Mitglieder aus verschiedenen Haushalten teilnehmen, können durchaus eine gewisse Ähnlichkeit in der Dynamik aufweisen. Nuff said.

Farewell
WS

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