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D wie Duftkerze

4. Dezember 2010

Das D aus dem Weihnachtsalphabet

Eine Definition von Weihnachten, die ich irgendwo mal gelesen, gehört oder selbst erfunden habe, lautet: Weihnachten ist die Jagd der Erwachsenen nach diesem Gefühl der Zufriedenheit, Geborgenheit und des Glücks, das sie als Kinder am Weihnachtsabend in der um den Christbaum versammelten Familie erfahren haben. Der Weg, den offenbar die meisten beschreiten um dieses Gefühl wieder hervorzurufen, ist, all die äusseren Anreize, die seit den Kindertagen mit Weihnachten verbunden werden, wieder herzustellen. Und es gibt kein anderes Fest, für das es für fast das gesamte Sinnenspektrum Dinge gibt, denen Weihnachten gewissermassen eingeprägt ist.

Christbaum, Reisigdekorationen, Strohsterne, glitzernde Kugeln, Kerzenlicht für das Auge. Weihnachtslieder und -songs (Laaaast Christmas, sag ich nur, brrr), das Bimmeln kleiner Glocken für das Ohr. Zimtkipferl, Luftgebäck und Lebkuchen für die Zunge. Der Tastsinn ist ein wenig das Stiefkind diesbezüglich, zumindest fällt mir jetzt keine Tasterfahrung ein, die ich speziell mit Weihnachten verbinden würde. Aber es gibt ja noch den Geruchssinn. Und der wird gerade zu Weihnachten bestens bedient.

Kein anderer unserer Sinne ist in der Lage, dermassen direkt und ohne Umweg über das Bewußtsein, unsere Gefühle und Erinnerungen anzusprechen. Daher verwundert es auch nicht weiter, dass so viel Wert auf weihnachtliche Gerüche gelegt wird. Der zimtige Duft frisch gebackener Weihnachtskekse, der frische Geruch des Reisigs, der fruchtige Geruch von auf der Heizung gelegten Orangenschalen, sogar der leicht verbrannte Geruch einer gerade ausgeblasenen Kerze, allesamt eine Direktverbindung zu Weihnachten damals als wir noch stolz darauf waren, unsere Schuhbänder selber zubinden zu können.

Doch die Zeiten haben sich geändert. Die Kombination aus Bequemlichkeit und Zeitmangel hat dazu geführt, dass die Kekse nicht mehr selber gebacken werden, sondern bei einer der Backketten mit Filialen an jeder Kreuzung gekauft werden (oder am Christkindlmarkt); dass das Reisig und der Christbaum aus Plastik sind, bestückt mit elektrischen Kerzen;  und dass Orangenschalen direkt im Mistkübel landen, weil eine moderne Fußbodenheizung sich nicht wirklich dazu eignet, Orangenschalen zu trocknen.

Und hier kommen die Duftkerzen ins Spiel, als einfache und zeitsparende Möglichkeit, die weihnachtlichen Düfte geniessen zu können. Zimt, Vanille, Tanne, Orange, alles da. Nur leider in den meisten Fällen in künstlich hergestellter Form. Was zur Folge hat, zumindest bei mir, dass statt weihnachtlicher Gefühle lediglich eine betäubte Nase und Kopfschmerzen die Folge sind. Da kann ich mich ja fast glücklich schätzen, dass ich zu weihnachtlichen Verkühlungen neige und so oder so nichts rieche, weil meine Nase mit rinnen und verstopft sein beschäftigt ist.

Danke fürs Lesen
WS

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