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LMGA: Genre – Steampunk

24. Juni 2010

Ein Gentleman in viktorianischer Kleidung mit Schutzbrille

Herkunft

Steampunk ist ein noch relativ junges Genre, zumindest im Vergleich mit anderen. Laut Wikipedia, dem Recherchemedium für Meschen, die zu faul sind wirklich zu recherchieren (d.h. ich in diesem Fall) wurde der Begriff Ende der achtziger Jahre von dem amerikanischen Autor K.W. Jeter erfunden. Keine Ahnung ob das stimmt, aber ich denke, der Zeitpunkt kommt hin. Woraus folgt Steampunk als Genre ist gerade einmal 20 Jahre alt. Kein Alter für ein Genre.

Definition

Steampunk zu definieren ist, vermutlich auch auf Grund des jugendlichen Alters, gar nicht so einfach. Fast scheint es, als wären die eingangs erwähnte Schutzbrille und die viktorianische Kleidung wirklich die einzigen Elemente die auf alle Werke zutreffen, die dem Genre zugeordnet werden. Steampunk als Genre definiert sich nicht in erster Linie über die Handlung sondern über das Milieu, den Stil (von Kleidung und Maschinen). Zwar gibt es auch einige immer wiederkehrende Handlungselemente aber keine, deren Vorhandensein unbedingt erforderlich wäre, um eine Geschichte zu einer Steampunkgeschichte zu machen.

Milieu

Die einzigen wirklich immer präsenten Konstanten sind:

–   der (im Prinzip) viktorianische Stil der Kleidung, auch wenn er durchaus mit moderneren Elementen kombiniert wird.
–   die Art, wie Maschinen präsentiert werden: als Wunderwerke der Handwerkskunst, meist kunstvoll verziert mit Kupfer, Messing und Holz. 

Weitere das Steampunk Milieu prägende, aber nicht unbedingt erforderliche, Elemente sind:

–   unglaublich weit fortgeschrittene Dampfmaschinen, die sogar Fluggeräte (zeppelinartige Luftschiffe vorzugsweise), Raumschiffe und Androiden antreiben können.
–   Maschinen mit künstlicher Intelligenz, wobei nur angedeutet wird, wie diese zustande kommt (meist entweder durch mechanische ‚Rechenmaschinen’ oder durch die Übertragung eines menschlichen Bewusstseins auf ein Empfängermedium; wobei dieses Medium sehr oft eine der erwähnten ‚Rechenmaschinen’ ist. Letztere werden auch gerne als Babbagemaschinen bezeichnet.) Diese Maschinen werden als Automata, Simulacren, Roboter und Androiden bezeichnet und spielen oftmals auch eine Rolle für die Handlung
–   Eine alternative Entwicklung der Gesellschaft, meist hin zum Schlechteren.
–   In den verschiedenen Steampunkuniversen gibt es meist auch Magie, nicht irdische Lebensformen und Geister (schließlich waren Seancen im viktorianischen Zeitalter tatsächlich sehr beliebt)
–   Uhrwerkgetriebene Geräte spielen ebenfalls oft eine große Rolle, wobei auch hier dasselbe wie für die Dampfmaschinen gilt: diese Mechanismen sind weitaus leistungsfähiger als ihre realen Pendants. So existieren uhrwerkgetriebene und/oder gesteuerte winzige Insekten neben ebensolchen drei Meter großen Versionen.

Handlung

Was die Handlung einer Steampunkgeschichte betrifft, ist es schon viel schwerer, einen oder mehrere gemeinsame Nenner zu finden. Oft, aber nicht immer ergibt sich die Handlung aus den Folgen der Existenz der ‚denkenden’ Maschinen. Sehr beliebt ist auch die klassische Geschichte der Revolution oder des Widerstandes einer kleinen Gruppe gegen einen übermächtigen und ‚bösen’ Herrscher oder eine ebensolche herrschende Klasse. Hier zeigt sich die Verwandtschaft zum Cyberpunk, einem Genre dass etwa zehn Jahre vor dem Steampunk das Licht der Welt erblickte. Aber eigentlich kann man jede Geschichte, vom Krimi bis zur Romanze, als Steampunkgeschichte erzählen, da es eben mehr vom Milieu abhängt, ob etwas Steampunk ist oder nicht.

Beispiele

Die hier folgende Liste ist in keinster Weise vollständig! Sie stellt enthält einfach einige der Bücher die ich gelesen habe. Einige der genannten Bücher sind jeweils der erste Band einer Serie, die restlichen Bücher bei Interesse bitte selber suchmaschinen: 

Steampunk als es noch keinen Steampunk gab: 

–   20000 Meilen unter dem Meer, Jules Verne (Klassiker)
–   Die Zeitmaschine, H.G. Wells (Klassiker)
–   Frankenstein, Mary Shelley (Klassiker)

Steampunk aus jüngerer Zeit

–   Der goldene Kompass, Philip Pullman guter Serienanfang, den Rest fand ich nicht so prickelnd
–   Lerchenlicht, Philip Reeve Steampunk für (große) Kinder, sehr empfehlenswert
–   Mortal Engines, Philip Reeve Serienanfang, eher düster
–   The Bookman, Lavie Tidhar  sehr stilisch, aber schwache Geschichte mit unbefriedigendem Ende; (dafür gibt’s aber Piraten als Dreingabe)
–   Girl Genius, Kaja und Phil Foglio Webcomic, sehr empfehlenswert
–    Materia Anima {Arbeitstitel}, Wortschmied könnte gut werden, ist aber erst zu einem Drittel fertig

Und aus!

Gruß
WS

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From → LMGA

2 Kommentare
  1. Nina permalink

    Ja, bitte, da hätte ich eine Frage: wann geht’s denn weiter?

  2. Wenn alles nach Plan verläuft – sprich ich mein Pensum einhalte – nächste Woche. Das 4te Kapitel scheint ein wenig über Durchschnitt lang zu werden…

    lg
    WS

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