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Ordhokravih

18. Juni 2010

… oder wih mahn richdik schreipd

Ich gebe es zu: Ich habe zwar mehrere Rechtschreibschwächen aber keine Schwäche für Rechtschreibung. Soll heißen, wenn ich schreibe gilt meine Aufmerksamkeit erst einer einigermaßen klaren Sprache, dann einem eleganten Stil (im Rahmen meiner Fähigkeiten zumindest) und erst ganz zuletzt widme ich ein wenig widerwillig meine Aufmerksamkeit der Rechtschreibung und Grammatik. Keine Ahnung warum ich dagegen so eine Abneigung habe, vermutlich diverse Deutschschularbeitstraumata oder so etwas in der Richtung. Ich habe mich schon als Schüler geärgert, dass ich für einen guten Text (laut Deutschprofessor) auf Grund meiner Beistrich- und S-Fehler einen Fleck bekommen habe, und der Kollege, obwohl er eher unverständlichen Unsinn, den aber grammatikalisch/orthographisch richtig, von sich gegeben hatte, ein Befriedigend.

Als mittlerweile zumindest den Jahren nach Erwachsener sollte ich aber, so dachte ich letztens, eigentlich darüber hinweg sein. Noch dazu, wo ich ein großer Verfechter des Schreibens als Handwerk bin (woher meine Abneigung gegen ‚literarisches Schreiben‘ kommt, werde ich auch noch irgendwann herausfinden). Und zum Handwerk des Schreibens gehören nun einmal Grammatik und Rechtschreibung. Wenn ein Tischler eine fünf Zentimeter lange Schraube durch ein zwei Zentimeter dickes Brett schraubt, hält das auch, aber schön aussehen tut es nicht. Mal abgesehen von der Verletzungsgefahr. Ein falsch geschriebenes Wort verletzt zwar niemanden, ausgenommen vielleicht Deutschlehrer, aber es stört den Lesefluss. Und das ist schlecht. Auch für den Autor, denn derlei Störungen können, wenn sie sich summieren, den Leser dazu bringen den Text nicht weiter zu lesen. Und das gilt es zu vermeiden, finde ich.

Als Mann der Tat, zumindest solange sich die Tat bequem vom Schreibtisch aus erledigen lässt, habe ich also begonnen, mich weiterzubilden. Mein häufigster Fehler, abgesehen von Tippfehlern (ja ich schreibe mit dem Zehn-Fingersystem, ich beherrsche es nur nicht), ist diese Sache mit ß und ss. Seit (und nicht seid, damit hatte ich noch nie Probleme seltsamerweise) der Rechtschreibreform noch viel mehr als damals zu Deutschschularbeitszeiten. Nach zugegeben nicht gerade umfassender Recherche meinerseits scheint es da nur mehr eine Regel zu geben: ein stimmlos gesprochenes S wie in Hass ist immer ss oder ß. Ist der Vokal davor ein langer wie in heiß, dann schreibt man ß, ist er kurz wie in Kuss dann schreibt man ss. Klingt einfach und tut auch gar nicht weh. Obwohl es dann in der täglichen praktischen Anwendung doch nicht ganz so einfach ist, weil schlampig wie ich rede, ist mir nicht immer klar, ob ein Vokal nun lang oder kurz gesprochen wird, von Leuten die ordentliches Deutsch sprechen. Der Trick scheint zu sein, sich das Wort in einem Satz laut vorzusprechen und dabei einen hochdeutsch Sprechenden zu imitieren. Also in meinem Fall ist es eine Imitation, es soll allerdings dem Hörensagen nach auch Leute geben die das wirklich machen, hochdeutsch sprechen.

Das war es auch schon wieder für heute. Hey, immerhin habe ich für Bildung gesorgt (vorausgesetzt meine Recherche hat die richtigen Ergebnisse geliefert) 

Liebe Grüße (ü ist lang daher ß!)
WS

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From → Schreibhandwerk

2 Kommentare
  1. Jaja, das liebe ß … das Problem kenne ich. Vor allem seit der Reform schreibe ich viel zu viele ss und warte dann bis mir mein Programm das rot unterwellt … 😛

    Und wegen Rechtschreibung und tut niemand weh, ein altbekanntes, aber gutes Beispiel:

    Im Satz „Begnadigt ihn nicht hängen“ entscheidet immerhin eine Beistrichsetzung über Leben und Tod (vor oder nach dem nicht). Kleiner Strich, große Wirkung. Braver Beistrich, braaaaver Beistrich – sei auf meiner Seite!

  2. Beistriche sind hinterhältige kleine … Striche! Manchmal hab ich den Eindruck die hüpfen von alleine an die falschen Stellen wenn ich grade nicht hinsehe… (Mh sollte hier nach Eindruck einer stehen oder nicht?)

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