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LL: Die Brücke der Vögel (Hughart, Barry)

7. Juni 2010

Original: Bridge of Birds; Hughart, Barry

Als ich unlängstens auf der Suche nach unterhaltsamen, handwerkerlärmtauglichem Lesestoff vor meinem Bücherregal stand, ist mir wieder einmal die Brücke der Vögel in die Hand gefallen. Zwar hatte ich selbige schon mehrmals gelesen aber der letzte Durchgang war auch schon wieder ein paar Jahre her. Vier lesemäßig zumindest sehr unterhaltsame Tage später war ich mit dem Buch durch, aber die Handwerker leider noch nicht fertig – man kann eben nicht alles haben. Was soll ich sagen: auch beim 4ten oder 5ten Mal finde ich den Roman immer noch genial gut geschrieben und ein Meisterwerk der humoristischen Fantasy.

Die Brücke der Vögel spielt in einem alten China, dass es so nie gegeben hat. Die Helden sind Yu Lu, den aber alle Nummer den Ochsen nennen, da er der zehnte Sohn seines Vaters ist und über immense Körperkräfte verfügt und Meister Li, einem Gelehrten mit einem kleinen Charakterfehler. Erzählt wird die Geschichte von Nummer Zehn dem Ochsen. Sie beginnt mit einer unerklärlichen Seuche im Dorf von Nummer Zehn, die alle Kinder im Alter von acht bis dreizehn ins Koma fallen lässt. Also macht er sich mit den Ersparnissen seiner Tante auf nach Peking um einen Gelehrten zu finden, der erklären kann, wieso eine Seuche zählen kann. Er findet Meister Li, einen mittlerweile uralten Gelehrten der einst die Staatsprüfungen mit der höchsten Auszeichnung bestanden hat, aber da Klugheit und die herrschenden Neokonfuzianer nicht besonders kompatibel sind, und Meister Li schon von Geburt an einen kleinen Charakterfehler hatte, muss Nummer Zehn ihn erstmal so weit nüchtern bekommen dass er ansprechbar wird.
Ich werde jetzt über den weiteren Verlauf nichts weiter verraten. Nur so viel: die Geschichte ist wirklich bezaubernd und sehr geschickt mit diversen Nebenhandlungen verwoben und mit leiser und auch mal etwas lauterer Ironie erzählt. Und die zählende Seuche ist erst der Anfang und beileibe nicht das größte Wunder in der Geschichte.
Das Ganze liest sich wie eine Mischung aus Sherlock Holmes und Indiana Jones im alten China (das es so nie gegeben hat, wohlgemerkt) und ist höchst unterhaltsam und vergnüglich. Das Buch hat 1985 auch völlig zu recht den World Fantasy Award gewonnen.

Hughart hat noch zwei weitere Meister Li Bücher geschrieben: „Meister Li und der Stein des Himmels“ und „Die Insel der Mandarine“, die ebenfalls vergnüglich zu lesen sind aber von der Geschichte her leider einige Stufen unter der wirklich einzigartig guten Geschichte der Brücke der Vögel rangieren. Für letztere gibt es aber eine klare Leseempfehlung von mir für alle die auch nur ein bisschen was mit Fantasy, Humor, Detektiven und Abenteuern anfangen können.

Grüße
WS

PS: Nebenbei bemerkt sind die im vorletzten Blogeintrag erwähnten schreibbehindernden Störfaktoren mittlerweile wieder im abklingen, wenn auch noch ein wenig Müll am Strand liegt nach der Sturmflut, der noch der Beseitigung harrt. Aber ich bin guter Hoffnung, dass das Schreiben und Blogen nun wieder ungehinderter vorangeht.

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From → Leseliste

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