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Eine Frage der Perspektive

20. April 2010

… respektive der Erzählperspektive

Es empfiehlt sich, noch bevor man das erste Wort eines Buches schreibt, ein paar Dinge zu überlegen. Natürlich kann man auch einfach drauf losschreiben. Man kann auch eine Bergwanderung beginnen in dem man einfach losgeht. Kann nur sein, dass man dann nach der Hälfte des Weges feststellt, dass es vielleicht keine schlechte Idee gewesen wäre, etwas Proviant und ein paar Blasenpflaster mitzunehmen.

Eines der Dinge die man sich zu Beginn überlegen sollte ist die Erzählperspektive. Im Prinzip gibt es eigentlich nur zwei:  Ich-Form und die Dritte-Person. Von einigen Genres abgesehen – whiskeytrinkende Privatdetektive  die ihren Waffen Frauennamen geben und Vampirjägerinnen mit der Tendenz sich in ihr Ziel zu verlieben bevorzugen beispielsweise die Ich-Form – ist es eine Sache des persönlichen Geschmacks, welche Perspektive man wählt.

Beide Formen haben Vor- und Nachteile. In der Ich-Form ist es leichter eine distinktive Erzählstimme zu erlangen, oft erleichtert diese Form auch die Identifikation des Lesers mit der Figur. Andererseits kann ein Ich-Erzähler nur Dinge erzählen die er auch selber erlebt hat. Und wenn er nicht gerade ein Psioniker ist, kann er auch nur raten was andere Personen gerade denken. Die dritte Person erlaubt ohne Probleme von Schauplatz zu Schauplatz zu springen und sich jeweils – metaphorisch – hinter den Charakter zu erstellen der gerade die interessanteste Perspektive auf das Geschehen hat.

Wie gesagt, es ist in erster Linie eine Frage des persönlichen Geschmacks, nur eines darf man nicht tun: mittendrin die Perspektive wechseln. Es gibt so etwas wie einen Vertrag mit dem Leser. Wenn man einen Ich-Erzähler etabliert und dann plötzlich in die dritte Person springt, auch wenn man eine gute Erklärung/Begründung dafür hat, dann kommt das gar nicht gut an. Außer vielleicht man schreibt Literatur, also Kunst und so. Aber da ist es egal was man macht, weil es keiner liest, abgesehen von ein paar Kritikern und die werden schließlich dafür bezahlt.

Grüße
WS

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From → Schreibhandwerk

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